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„Je größer unsere am Krankenbett in sorgfältiger Arbeit gewonnene Erfahrung ist, je mehr wir über klinisches Wissen und psychologische Begabung verfügen, um so mehr werden wir uns von allen doktrinären Einseitigkeiten fernhalten … Was wir den neuen Lehren da und dort verdanken, erkennen wir gern an, und es ist dies nicht wenig. Wir werden aber auch ferner bei dem Grundsatz wissenschaftlicher Forschung verbleiben: in bezug auf Ursache und Wirkung, Sinn und Zweck alles biologischen Geschehens mit kritischer Vorsicht erst dann zu urteilen, wenn immer neue Tatsachen und Sachverhalte keine andere Erklärung und Deutung zulassen als die, die im Pendelgang der wissenschaftlichen Gedanken und Lehrmeinungen uns als die neuesten und angeblich allein richtigen dargeboten werden … Eines aber wird uns, soferne wir es nicht schon früher besaßen (und ich möchte dies von mir behaupten), als dauernder Gewinn bleiben: Der Arzt wird den Nervösen und Psychopathen mit etwas anderen Augen sehen, mit anderen Methoden untersuchen, nach anderen Gesichtspunkten werten als in jener noch nicht allzu fernen Zeit, da man diese größte Gruppe der Nervenkranken je nach dem Geschlecht neurasthenisch oder hysterisch nannte und für jedes Symptom, jede Beschwerde Pillen oder