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Der Wert dieses Buches liegt vor allem in seinem neuen und überaus reichlichen Material. Beobachtungen, Erlebnisse, Gespräche, Zitate aus noch unübersetzten Büchern, Zeitungsartikel, Resolutionen usw., lassen vor unseren Augen ein sehr bewegtes, buntes, lebendiges Bild des russischen Lebens, der neuen russischen Frau entstehen. Die Schilderung ist sachlich, gar nicht schön gefärbt. Über das Schlangestehen vor den Läden, die entsetzliche Überfüllung der Wohnungen wird ebenso offen gesprochen, wie über den Zustand der Toiletten, allerdings vom Standpunkt einer Beobachterin, die von Begeisterung für das ungeheure russische Aufbauwerk erfüllt ist und die daher Verständnis hat für die Schwierigkeiten und Reibungen, die entstehen müssen, wenn ein kulturell so rückständiges Land wie Rußland in wenigen Jahren in einen sozialistischen Staat verwandelt werden soll.
Die russische Frau ist erwacht, ist befreit. Tausend neue Aufgaben sind ihr gestellt, alle Möglichkeiten sind ihr offen. Eine Welle von Lerngierigen ergießt sich über ganz Rußland. Millionen von Frauen lernen lesen und schreiben, verlassen Küche und Herd, dringen in alle Berufe ein, übernehmen verantwortliche Stellungen. Ihre Leistungen stehen um nichts hinter denen der Männer zurück. — Vor unseren Augen vollzieht sich in wenigen Jahren ein gewaltiger psychischer Umwandlungsprozeß: aus der demütigen, passiven, fast stumpfen russischen Bäuerin, die dem Mann völlig unterworfen war, wird ein neuer Mensch: kühn, aktiv, selbstständig. Die Geschichte zahlloser Heroinnen der Arbeit wird erzählt, immer wieder auf hervorragende Leistungen von Frauen hingewiesen und die Rolle der Frau im geistigen Leben betont. Es ist sehr interessant, wie unter der Einwirkung des neuen von der Gesellschaft gesetzten Überichs kollektive Triebdurchbrüche erfolgen und im Massenmaßstabe neue Sublimierungsmöglichkeiten auftreten. Uns erscheint ein derartiger Prozeß besonders gut geeignet zum Studium massenpsychologischer Erscheinungen. — Man gewi