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Ein sonderbar zwiespältiges Buch, zwiespältig schon in seinem Titel: es meint nicht nur, was das Kind, sondern wie der Erwachsene sein Kind erlebt. Auf der einen Seite geht es von exakten Beobachtungen des Kindes in seiner ersten Lebenszeit aus: Gute Photographien, belehrende Zeichnungen kindlicher Objekte vom Augenblicke der Geburt an — sie sind gewiß das Wertvollste an dem eigenwilligen Buche —, und dann über mancherlei mystische Dunkelheit hinweg der Ausklang in das fromme Wort: Im Lallen des Kindes sollst Du meine Herrlichkeit erblicken!” Der Säuglingsarzt kann ja nicht umhin, zu sehen, daß viele seiner Pfleglinge mit den Genitalien spielen. Aber das sei nicht Onanie. „Richtige Onanie kommt auch beim Säugling vor, aber viel seltener.” Immer wieder polemisiert der Autor gegen die Psychoanalye, offenbar, ohne sie genauer zu kennen: „Die Freud-Schule deutet alles Seelische beim Säugling erotisch.” Er scheint Bernfeld nicht zu kennen, er stellt sich nicht den unmittelbaren Beobachtungen des Referenten. Das Lutschen habe mit Sexualität nichts zu tun; es solle nur der Ernährung den Weg bahnen. Aber es ist objektiv unrichtig, daß energische Lutscher gute Trinker zu sein pflegen. Stirnimann läßt wohl gelten, der Saugakt für die Frau von sexuellen Empfindungen begleitet sei. Aber nicht so beim Kind. Ist ihm die interessante Beobachtung unbekannt geblieben, daß man am entkleideten Neugeborenen beim Anlegen an die Brust fast jedesmal eine Erektion beobachten kann? Auch die Eifersucht der Kinder „darf nicht erotisch oder gar sexuell gedeutet werden”. Sie verrät vielmehr nur „das Gefühl der Wertverminderung seiner eigenen Persönlichkeit”. Die Individualpsychologie wird nirgends genannt, aber sie spukt durch das ganze Buch. — Dabei enthält es recht viel Interessantes, insbesondere auch Illustrationen zum seelischen Erleben des Geburtstraumas, der „Urangst”, weiter Beobachtngen an Neu-, besonders Frühgeborenen, die geeignet sind, manches zähe Vorurteil zu korrigieren. „Ein See