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In meiner Arbeit „Seelische Ursachen des Alterns, der Jugendlichkeit und der Schönheit”, (Imago, Bd. XI.)1, habe ich die Vermutung ausgesprochen, daß zwischen sexueller Enthaltsamkeit und langandauernder Jugendlichkeit ein Zusammenhang besteht und daß Menschen, die verhältnismäßig spät der realen Genüsse der Liebe teilhaft werden, langsamer altern als jene, die sich frühzeitig und gierig darauf stürzen. Besonders wichtig schien mir in dieser Hinsicht auch der Grad der Sublimierung der Liebesphantasien und noch immer glaube ich, daß die Menschen umso langsamer heranreifen, je idealisierender und sublimierter jene Phantasien sind. Zu den in der ersten Arbeit angeführten literarischen Stellen möchte ich noch einiges hinzufügen. In der Erzählung „Die Pfründner”, welche im Versorgungshaus spielt, schildert Saar einen älteren Mann und eine ältere Frau, die einander in ihrer Jugend entsagungsvoll geliebt haben, aber auf ein Zusammenleben verzichten mußten. Im Versorgungshaus sehen sie einander wieder. Beide haben keine andere Liebe in ihrem Leben gekannt.