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Zu Beginn dieses Jahres hat das London Institute of Psychoanalysis einen öffentlichen Vortragskurs, betitelt „Unconscious Wishes in Daily Life” veranstaltet. Dies war der erste offizielle öffentliche Vortragskurs über Psychoanalyse seit etwa zehn Jahren. Der Kurs fand in der Caxton Hall, Westminster, vor mehr als 65 Zuhörern statt und bestand aus folgenden Vorträgen: Dr. Edward Glover: Einleitung; Mrs. Susan Isaacs: Kindliche Phantasien und Kindheitskonflikte; Mrs. Susan Isaacs: Kindliche Phantasien und Kulturen der Primitiven; Dr. Adrian Stephen: Kindliche Phantasien und der Charakter des Erwachsenen; Dr. Adrian Stephen: Kindliche Phantasien und Kultur; Miss Barbara Low: Einige moderne Utopien.
Da der Titel dieses Vortragskurses lautet „Unbewußte Wünsche im Alltagsleben”, erwarten Sie von mir wohl, daß ich Ihnen im Einleitungsvortrage sage, was ein unbewußter Wunsch sei und worin er sich von einem bewußten Wunsch unterscheide. Sie erwarten wohl nicht, daß ich Ihnen erkläre, was „Alltagsleben” sei. Die meisten von Ihnen sind überzeugt, daß sie das wissen. Dies ist auch in dem Sinne richtig, wie man das Bild eines Bekannten auf den ersten Blick zu erkennen vermeint, sich aber nicht die Mühe nimmt, die Details oder den Hintergrund zu studieren. Sie werden mir unvorbereitet wohl kaum einen genauen und objektiven Bericht von Ihrem täglichen Leben geben können, ebenso wie Sie nicht imstande sein werden, unvermittelt ein noch so gut bekanntes Ölbild in allen Einzelheiten zu beschreiben. Versuchen wir uns deshalb etwas in der Selbstbeobachtung zu üben, denn je mehr Sie sich klar machen, wie vage die gewöhnlich angenommenen Begriffe über Ihre Persönlichkeit sind, umso besser werden Sie vorbereitet sein, auf das Problem des Unbewußten einzugehen.
Wenn ich jemanden von Ihnen plötzlich fragen würde „Wer und was sind Sie?”, und der Betreffende genügend angstfrei wäre, um mich nicht mit der Bemerkung abzuspeisen, daß mich das nichts angeht, so würde er mir wohl in der Art eines An