You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Unlängst blätterte ich in alten englischen Witzblättern, die auf dem Tischchen eines Wartezimmers lagen. Die kleine Bilderfolge, die hier wiedergegeben ist, belustigte mich einige Minuten und wurde rasch vergessen. Als ich mich ihrer einige Wochen später bei einer bestimmten Gelegenheit erinnerte, schien sie mir noch immer amüsant, doch nicht mehr nur amüsant.
Auf dem ersten Bildchen sehen wir einen Pressephotographen, der eben im Begriffe ist, eine Aufnahme zu machen. Kein Zweifel, er will die schlanke Figur des jungen hübschen Mädchens, das im kleidsamen Pyjama auf das Meer hinaussieht, für die nächste Nummer seiner Zeitung photographieren. Die alte Dame, die, fürsorglich in Decken gehüllt, abseits auf einem Strandstuhl sitzt, wird ihn gewiß nicht stören. In ihr Buch vertieft, kümmert sie sich nicht um das, was rings um sie vorgeht. Das zweite Bildchen läßt erkennen, daß das Girl mit der beabsichtigten Momentaufnahme nicht einverstanden ist. Sie läßt sich gewiß sehr gerne photographieren, aber es darf nicht so unvorbereitet sein; man muß sich doch zurechtmachen. Der Zeichner hat uns auf den folgenden Bildern die verschiedenartigen Vorbereitungen, die sie für nötig hält, vorgeführt. Puderquaste und Lippenstift treten in Aktion, der breite Strohhut, der dem Gesicht so schmeichelt, wird längere Zeit zurechtgerückt. Auch muß sorgfältig eine Positur gewählt werden, die bei aller Nonchalance die Vorzüge ihrer Gestalt voll zur Geltung bringt. Nun kann der Photograph beginnen. Die alte Dame merkt nichts von all dem „make-up”; ungerührt in der Unruhe widmet sie sich ihrer interessanten Lektüre. Das letzte Bild zeigt das junge Mädchen einige Tage oder Stunden später: es hat begierig nach der neuesten Nummer des „Brightbeach Observer” gegriffen, um dort die eigene Gestalt im Bilde zu bewundern. Betroffen, nein, entsetzt starrt sie auf die Photographie, die ihr da entgegenblickt: die der ruhig lesenden