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Der Autor hat aufgespürt, daß auch der Psychoanalyse fernstehende Autoren von Muskellust, Muskelerotik sprechen. So Attinger, der in einer Arbeit, in der er mangelhafte Betätigung der Skelettmuskulatur eine Bedingung zum Zustandekommen der Arteriosklerose nennt, von Sicherungsmaßnahmen spricht, die sich „jeder lebens- und arterhaltenden Tätigkeit” in Form der Lust zugesellen.
Nun gibt es in der Psychopathologie ein Gebiet, in dem man sich der Körperhaftigkeit triebhafter Vorgänge und deren psychischer Abwehr besonders deutlich gegenübergestellt sieht, nämlich beim Symptomenkomplex der Angstneurose. Christoffel stellt fest, daß die Symptome der Angstneurose, einschließlich Herzklopfen, Hypertonie und Pseudoangina pectoris, am raschesten unter Inanspruchnahme der Skelettmuskulatur verschwinden. Es mag offenbleiben, inwiefern eine Muskelerotik zu nennende Komponente der Gesamttriebhaftigkeit eine Rolle spiele. Obwohl die Auslösung eines angstneurotischen Zustandes mit der Genitalität in Zusammenhang steht, so sei es wahrscheinlich, daß extragenitale Teile der Gesamterotik und solche, welche die Psychoanalyse als aggressive in teilweisem Gegensatz zur Erotik und bloß mit ihr legiert annimmt, von Bedeutung sind. Sicher sei nur die therapeutische Wirkung der Muskelaktion, welche auch vom Internisten Curschmann berichtet wurde. — Die Erfahrungen müßten vermehrt und die psychischen Zusammenhänge durch Psychoanalyse aufzuklären versucht werden.
E. H.