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Christoffel schließt sich jenen Autoren an, welche im Geburtsvorgang nicht nur eine körperliche, sondern auch seelisch eine schwere Gewalteinwirkung sehen. Wir dürfen bei der Urangst der Geburt ihre Reproduktion niemals als ein bewußtes Erinnern, sondern bloß als ein Agieren erwarten.
Je nach dem Verlauf des Geburtsvorganges sehen wir deutliche Verhaltensunterschiede der Kinder auch im späteren Leben, wofür der Autor Beispiele erbringt. So besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, daß bei der Leichterziehbarkeit von Kindern der Leichtigkeit des Geburtstraumas mit eine Bedeutung zukommt, wie auch die englische Analytikerin Garley annimmt.
Als Hospitalismus der Säuglinge wird Folgendes beschrieben (S. Trumpp): „Säuglinge, die der mütterlichen Liebe, der Wartung entbehren müssen, die man aus Lieblosigkeit, Unverstand oder — wie in manchen Spitälern mit zu wenig Personal — aus Zeitmangel beständig allein und auf dem Rücken liegen läßt, fühlen sich unbehaglich, schreien viel, nehmen trotz tadelloser Ernährung und Pflege nur wenig zu oder verfallen ohne weiteren ersichtlichen Grund einem langsamen Siechtum.”
Ähnliche äußere Faktoren spielen bei der Entstehung der Pseudodemenez eine Rolle. Nach Christoffels Beobachtungen sind es deprimierende Momente zusammen mit einer oft wenig auffälligen, weil unter Wohlstand und ordentlichen Umgangsformen sich verbergenden Verwahrlosung, welche als äußere Faktoren beim Zustandekommen einer Pseudodemenz von Bedeutung sind. Weiterhin spielt die Angleichung des Kindes an ein noch jüngeres Geschwister, die Kopie des Säuglings eine Rolle: ein Beispiel zugleich für die wesentliche Bedeutung, welche der Geschwisterkonstellation zukommt. —
Nur zahlreiche Beobachtungen könnten diese Zusammenhänge sicherstellen, und bis in die frühe Jugend vordringende Psychoanalysen erscheinen zur Beweisführung unentbehrlich.
E. H.