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Lieber Herr Maier,
Da ich ein Freund der Diskretion bin, habe ich Jungs Brief nicht geöffnet.
Ich habe 1916 bei einem befreundeten Arzt, der zum Teil Schüler von Jung war, eine Analyse gehabt. Damals lernte ich Jungs Jugendarbeit, die “Wandlungen der Libido” kennen, das mir Eindruck machte. Ich las auch spätere Bücher von Jung, aber nur etwa bis 1922, da die Analyse mich später nicht mehr stark interessierte. Ich habe vor Jung stets Respekt gehabt, doch von seinen Schriften nicht so starke Eindrücke gehabt wie von denen Freuds. Dass ich, im Anschluss an einen Vorleseabend, den ich als Gast von Jungs Zürcher Klub gab, auch einige analytische Sitzungen bei Jung hatte, etwa 1921, wird er Innen geschrieben haben. Auch dort* hatte ich von ihm einen schönen Eindruck, nur begann ich demals einzusehen, dass für die Analytiker ein echtes Verhältnis zur Kunst unerreichbar ist, es fehlt alien dafur das Organ.
Mit besten Grüssen Ihr
H. HESSE