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Lieber Freund
Ich schreibe am Schreibtisch Prof. Freuds, da das Ihnen mitzuteilende keinen Aufschub duldet. Aus demselben Grunde lasse ich Ihre persönliche Nachricht diesmal unbeantwortet.
Nun hören Sie:
Freud schrieb unlängst einen Antwort-Brief an Maeder2, in dem er seine Zweifel über die bona fides bei Jung3 ausdrückte. Daraufhin kam dieser Tage ein Brief von Jung, in dem er – sich auf die Äußerung Prof. Freuds berufend – die Redaktion des Jahrbuchs niederlegt. – In dieser Angelegenheit hielten wir heute eine Komiteesitzung ab (Prof. Freud, Sachs, Rank, Heller4 und ich). Wir kamen überein, daß Prof. Freud das Resignium Jungs einfach zur Kenntnis nehmen und die Redaktion Hitschman5
Handschriftlicher Brief; veröffentlicht in Wittenberger (1995), S. 116f.
Alphonse Maeder . Schweizer Psychotherapeut, zeitweilig Obmann der Züricher Psychoanalytischen Vereinigung, arbeitet 1910 kurzzeitig am Bellevue in Kreuzlingen. In dieser Zeit begann auch sein Briefwechsel mit Freud. Nach dem Bruch zwischen Jung und Freud entschied er sich für die analytische Psychologie. Später machte er sich einen Namen durch die Entwicklung einer Kurztherapie; vgl. Freud .
Carl Gustav Jung . Schweizer Psychiater und der erste Ausländer und Nichtjude, der Freuds Anhänger wurde. Bis zu ihrem Bruch im Jahre 1913 galt er als Kronprinz und designierter Nachfolger Freuds. Später entwickelte er die sogenannte analytische Psychologie und führte die Begriffe »introvertiert« und »extrovertiert« ein; vgl. u.a. McLynn (1996).
Hugo Heller . Wiener Verleger und Buchhändler, Mitglied der »Mittwoch-Gesellschaft«. Erster Verleger von Imago und der IZP. Seine Buchhandlung war gleichzeitig Salon von Künstlern und Intellektuellen. Hier hielt Freud seinen Vortrag »Der Dichter und das Phantasieren«; vgl. Freud .
Eduard Hitschmann . Internist und seit 1905 Mitglied der »Mittwoch-Gesellschaft«. Wurde 1922 Leiter des Wiener psychoanalytischen Ambulatoriums und des Therapeutisch-technischen Seminars; vgl. Mühlleitner (1992a), S.
Handschriftlicher Brief; veröffentlicht in Wittenberger (1995), S. 116f.
Alphonse Maeder . Schweizer Psychotherapeut, zeitweilig Obmann der Züricher Psychoanalytischen Vereinigung, arbeitet 1910 kurzzeitig am Bellevue in Kreuzlingen. In dieser Zeit begann auch sein Briefwechsel mit Freud. Nach dem Bruch zwischen Jung und Freud entschied er sich für die analytische Psychologie. Später machte er sich einen Namen durch die Entwicklung einer Kurztherapie; vgl. Freud .
Carl Gustav Jung . Schweizer Psychiater und der erste Ausländer und Nichtjude, der Freuds Anhänger wurde. Bis zu ihrem Bruch im Jahre 1913 galt er als Kronprinz und designierter Nachfolger Freuds. Später entwickelte er die sogenannte analytische Psychologie und führte die Begriffe »introvertiert« und »extrovertiert« ein; vgl. u.a. McLynn (1996).
Hugo Heller . Wiener Verleger und Buchhändler, Mitglied der »Mittwoch-Gesellschaft«. Erster Verleger von Imago und der IZP. Seine Buchhandlung war gleichzeitig Salon von Künstlern und Intellektuellen. Hier hielt Freud seinen Vortrag »Der Dichter und das Phantasieren«; vgl. Freud .
Eduard Hitschmann . Internist und seit 1905 Mitglied der »Mittwoch-Gesellschaft«. Wurde 1922 Leiter des Wiener psychoanalytischen Ambulatoriums und des Therapeutisch-technischen Seminars; vgl. Mühlleitner (1992a), S.