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Lieber Freundeskreis!
Eine Serie von zufälligen »Entdeckungen« – leider nicht wissenschaftlicher Art – gibt mir die nicht gerade unerwünschte Gelegenheit, einen privaten Rundbrief ohne die Unterschrift des Professors – aber leider nicht ohne sein Wissen – an Euch zu richten.
Die Anfrage wegen des Ringes, die Jones seinem Schreiben beischloß, ist durch eine Unachtsamkeit meinerseits in die Hände des Prof. geraten, und zwar so, daß ich das dünne Blatt, das Jones unter die letzte Seite seines Briefes legte und das dort festsaß, nicht bemerkte und erst vom Professor darauf aufmerksam gemacht wurde.2 Der Prof. wollte selbstverständlich abwehren und sagte scherzhaft, er werde schon auf diese Frage antworten. Ich erwiderte, daß ich mir dies aber auch nicht werde nehmen lassen – und so sagte er schließlich: Meinetwegen, aber dann gewiß erst zum 70. Geburtstag.
Die zweite »Entdeckung« war, daß der Professor in einem der zahlreichen Briefe, die ich ihm aus anderen Gründen schickte (da wir beide leider nicht so viel Zeit haben, um uns alles erzählen zu können), irgend etwas von der Festschrift3 fand und mich zur Rede stellte. Das lehnte er allem Anschein nach entschiedener ab, als das erste und wir haben ja schon selbst verschiedentlich gezweifelt, ob der Zeitpunkt der richtige sei. Die Festschrift berührt gewiß seinen »Alterskomplex« empfindlich. – Ich konnte ihn mit der Versicherung beruhigen, daß wahrscheinlich
Maschinenschriftlicher Brief.
An Ferenczi schrieb Freud in diesem Zusammenhang: »Ich ... danke Ihnen ... für die Absicht, mir einen Ring schenken zu lassen, von der ich zufällig Kenntnis gewonnen habe. Ich bitte Sie, darauf derzeitig zu verzichten und sie vielleicht für den 80. Geburtstag zu reservieren...«; vgl. Sigmund Freud-Sándor Ferenczi 11.10.1920 (ÖNB).
Die Idee einer Festschrift zu Freuds 65. Geburtstag wurde bald aufgegeben (vgl. RB 1.12.1920/B). Erst zu Freuds 70. Geburtstag im Jahre 1926 erschien als dritte Nummer der IZP eine Festschrift. Im gleichen Jahr verl
Maschinenschriftlicher Brief.
An Ferenczi schrieb Freud in diesem Zusammenhang: »Ich ... danke Ihnen ... für die Absicht, mir einen Ring schenken zu lassen, von der ich zufällig Kenntnis gewonnen habe. Ich bitte Sie, darauf derzeitig zu verzichten und sie vielleicht für den 80. Geburtstag zu reservieren...«; vgl. Sigmund Freud-Sándor Ferenczi 11.10.1920 (ÖNB).
Die Idee einer Festschrift zu Freuds 65. Geburtstag wurde bald aufgegeben (vgl. RB 1.12.1920/B). Erst zu Freuds 70. Geburtstag im Jahre 1926 erschien als dritte Nummer der IZP eine Festschrift. Im gleichen Jahr verl