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Liebe Freunde,
Der heutige Bericht muß kurz ausfallen. Wir leiden infolge eines Streiks an Lichtmangel3, und es ist recht mißlich, beim trüben Schein einer Kerze auf der Maschine zu schreiben. In den Tagesstunden kommt ein geplagter Analytiker (10 Stunden heute) eben nicht zur Korrespondenz.
Eine Schwierigkeit unseres Briefwechsels besteht darin, daß der Wiener Bericht bei Eitingon regelmäßig am Dienstag anlangt. Es ist dann schwer möglich, daß innerhalb 24 Stunden Sachs und ich ihn erhalten, daß ich ihn noch mit den anderen Berichten beantworte. So kommt es, daß wir heute erst Wien 4 erledigen. Wien 5 ist gestern eingetroffen, heute früh an Sachs gegangen, aber nicht zu mir gelangt. Er wird also erst nächstes Mal beantwortet. Was ließe sich da tun? Wir bitten zu bedenken, daß für uns, da wir drei sind, die rasche Erledigung ohnehin schwierig ist, zumal wegen der großen Entfernungen. eine Verlegung der Korrespondenz-Tage kommt wohl nicht in Betracht. Wie wäre es, wenn nach Berlin 2 Exemplare gingen, davon eines direkt an mich? Dies brauchte nur von Wien aus zu geschehen, da die anderen Berichte zeitig genug hier sind. Bitte Rank um Äußerung!
Budapest:
Zur Frage des Diskussionsthemas wissen wir keinen geeigneten Vorschlag zu machen. Nach den Erfahrungen der Diskussion [gestrichen: »über dieses Thema«] im Haag erscheint auch Jones' Vorschlag (Diskussion über Technik) nicht recht geeignet. Wir würden viel Unreifes zu
Maschinenschriftlicher Brief.
RB 28.10.1920/W, 30.10.193.11.1920/Bp und 2.11.1920/L.
Vom 6. bis 11. November streikten die Berliner Elektrizitätsarbeiter für höhere Löhne; dem Streik schlossen sich die Beschäftigten von Gaswerken und Transportunternehmen an. Dadurch wurde das öffentliche Leben, die Industrie und der Handel gelähmt. Eine Entlassungsdrohung des Magistrats zwang die Streikenden zur Aufgabe; vgl. Chronik des 20. Jahrhunderts. CD-ROM. Gütersloh/München: Bertelsmann Electronic Publishing 1993.
hören bekommen und schließlich den Lesern mehr Verwirru