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Liebe Freunde,
Vor allem: entschuldigt, daß ich als erster die Kontinuität unseres Briefwechsels stören mußte. Wie ich schon andeutete, fühlte ich mich eine Zeit lang ziemlich unwohl. Es scheint, daß ich die zehnstündige Arbeit nicht gut vertrage; seitdem ich drei Stunden weniger arbeite, bin ich viel wohler.
Ad Berlin 7.2
Herzlichen Dank für das Interesse, daß Du, l. Abraham meinen persönlichen Angelegenheiten entgegenbringst. Die Frage des Domizilwechsels ist nicht akut. Die ps.an. Praxis scheint sich hier wieder heben zu wollen, so daß ich auch die übrigen Kollegen versorgen kann. Allerdings verdiene ich mir großer Mühe nur das zum Leben notwendigste. Aber die von Dir vorgebrachten Argumente (besonders die Rücksicht auf die Sache der ψα in Ungarn) wirken auch bei mir stark gegen den Plan des Ortswechsels. Übrigens erhielt ich unlängst von Brill, den ich vor längerer Zeit einmal schrieb, eine recht warme Einladung nach New York wo er mir alle materielle und moralische Unterstützung zusichert. Auf diese Idee würde ich aber nur im äußersten Falle eingehen.
Was mir eigentlich fehlt, kann ich nicht sagen; es bestehen Darmstörungen, Schlaflosigkeit und zeitweise Herzbeschwerden. Letztere vielleicht nur sekundär.
Bezügl. der romanisch-sprachigen Länder teile ich Abrahams Meinung. Das polit. und persönl. Verhältnis der Italiener und der Franzosen ist das denkbar schlechteste, es wäre sehr unangebracht, sie zur Gründung eines
Handschriftlicher Brief.
RB 17.11.1920/B.
gemeinsamen Journals zu zwingen. Eher ginge es mit einer Gemeinsamkeit zw. Italien und Spanien.
Ad Wien 6.3 Sammelbrief f. Kinderbeiträge wurde im Verein vorgelesen; alle Anwesende versprachen Beiträge, zu deren Eintreibung Eisler beordert wurde.
Ad Verlag: Ich sehe, daß Deuticke neuestens meine »Introjektion«4 um 2,50 M. und zwar als Separatabdruck aus dem Jahrbuch ankündigt. Es scheint, daß er (ohne mich zu verständigen) einen Neudruck veranstaltet. Auch den Preis ändert er ohne meine Befragung.