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Liebe Freunde,
Da seit unserm letzten Bericht erst 5 Tage verflossen waren und gerade gestern eine wichtige Vereinssitzung stattfand, so geht dieser Brief noch einmal am gewohnten Mittwoch ab. Der nächste soll am 1. Jan. folgen. Falls die von Jones vorgeschlagene Modifikation unseres Vorschlages (10 Tage) von Wien & Budapest ebenfalls gewünscht wird, so sind wir einverstanden, obwohl die 3 Tage 1., 11., 21. aus mnemotechnischen Gründen vielleicht vorzuziehen wären. – Im Interesse der Sammlung unsrer Berichte wäre es, wenn Ferenczi in der Zählung seiner Berichte wieder mit uns Schritt hielte. Da Du einmal nicht geschrieben hast, bist Du in der Zahl dauernd um 1 im Rückstand.5 Wenn wir nun künftig alle am gleichen Tage schreiben, so müßten auch alle Briefe gleich numeriert sein.
Wie Ferenczi, so kann auch ich (A) von mir heute Besseres melden. Ich bin seit einigen Tagen von den sehr unangenehmen Erscheinungen der Intoxikation frei, aber noch sehr ermüdet und ferienbedürftig.
Du, 1. Rank, bist wieder einmal ein etwas zu scharfer Zensor. Ich habe nun wiederholt geschrieben, daß im Falle Pietsch nur ein Versäumnis von Liebermann vorliegt. Irgend eine Intoleranz des Vereins kommt da gar nicht in Betracht. Übrigens haben wir gestern Dr. Carl Müller6 als
Maschinenschriftlicher Brief.
RB 14.12.1920/Bp.
RB 21.12.1920/L.
RB 15.12.1920/B.
Siehe RB 30.11.1920/L.
Carl Müller-Braunschweig (1881-1958). Philosoph. 1909 lernte er Freuds Psychoanalyse kennen und verzichtete auf eine Universitätslaufbahn, um sich den Studien der Psychoanalyse zu widmen. Seine Lehranalyse führte er bei Abraham und Sachs durch. Am 11.11.1920 hielt er einen Vortrag in der Berliner Vereinigung über »Psychoanalytische Gesichtspunkte zur Psychogenese der Moral, insbesondere des moralischen Aktes«. Am 21. des gleichen Monats wurde er als außerordentliches Mitglied aufgenommen. 1922 war Müller-Braunschweig bereits ordentliches Mitglied und im Ausbildungsausschußes tätig. Im Oktober 1922 hielt er ein Seminar über Freud
Maschinenschriftlicher Brief.
RB 14.12.1920/Bp.
RB 21.12.1920/L.
RB 15.12.1920/B.
Siehe RB 30.11.1920/L.
Carl Müller-Braunschweig (1881-1958). Philosoph. 1909 lernte er Freuds Psychoanalyse kennen und verzichtete auf eine Universitätslaufbahn, um sich den Studien der Psychoanalyse zu widmen. Seine Lehranalyse führte er bei Abraham und Sachs durch. Am 11.11.1920 hielt er einen Vortrag in der Berliner Vereinigung über »Psychoanalytische Gesichtspunkte zur Psychogenese der Moral, insbesondere des moralischen Aktes«. Am 21. des gleichen Monats wurde er als außerordentliches Mitglied aufgenommen. 1922 war Müller-Braunschweig bereits ordentliches Mitglied und im Ausbildungsausschußes tätig. Im Oktober 1922 hielt er ein Seminar über Freud