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Liebe Freunde!
Ich schreibe 13. a. Stils weil ich nach unserer gewöhnlichen Mittwochzusammenkunft am 12. abends schreibe; außerdem ist aber diesmal der Brief durch den Poststreik verzögert (ebenso wie die Ankunft der anderen Briefe, von denen noch keiner ankam).
ad Berlin: Deine Mitteilung, l. Abraham, betr. des Jahresberichtes nahmen wir mit Befriedigung zur Kenntnis. Durch die Stellungnahme in der Frage der Apostaten wird eben der diesmalige Jahresbericht uneinheitlich ausfallen, da andere Referenten diese Arbeiten aufgenommen haben. Prinzipiell sind wir beide von eurem Standpunkt in dieser Sache nicht überzeugt und schlagen vor, daß wir uns für den nächsten Sammelbericht vorher untereinander in dieser Frage und über die Art des Ref. dieser Arbeiten vorerst prinzipiell einigen sollten. Jedenfalls bitte ich Dich, l. Abraham, alle von dir nicht angeführten Titel mir wieder einzusenden (nicht um sie einzufügen), nur damit man weiß, was nicht aufgenommen wurde.-
Von der Stellung der Berliner zum Kongreß haben wir mit Befriedigung Kenntnis genommen und bemerken gleich hier, unserem eigenen Bericht vorgreifend, daß in der Wiener Vereinigung die Abstimmung im Plenum der letzten Sitzung 2 Stimmen für 1921 und 13 für 1922 ergeben hat.2 - Bezüglich Frau Dr. Neiditsch3 möchten wir zu unseren letzten Vorschlag, sie um Ergänzung unseres russischen Literaturberichtes (der nur bis zum Kriegsbeginn reicht) zu ersuchen, noch die weitere Aufforderung fügen, sie möge auch von jetzt an regelmäßig für unsere Zeitschrift referieren, was ihr von russischer Literatur, soweit sie uns interessieren kann, bekannt wird.