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Liebe Freunde,
Der Post-Streik in Österreich hat gerade rechtzeitig aufgehört, um unsern Briefwechsel nicht zu stören.
London: Unsre englischen Gäste2 gaben uns einen Ausschnitt der Pall Mall Gazette mit dem Interview Miss Barbara Low's. Es bestätigte uns den Eindruck, den wir schon aus Deinem Brief, l. Jones, empfangen hatten. Diese Welle der Erregung wird aber gewiß in kurzer Zeit vorübergehen. Das Publikum pflegt, wenigstens bei uns, an solchen Sachen kein dauerndes Interesse zu nehmen.
Sehr interessiert uns, was Du über Strömme etc. berichtetest. Der im Bericht erwähnte Geijerstam ist auch weit davon entfernt, zu uns zu gehören. Vor einigen Tagen schrieb mir Oberholzer, von Geijerstam sei ein Artikel in der Zeitschr. f. Psychotherapie (Moll3) erschienen, in welchem er die PsA in der Schweiz besprach und es so darstellt, als ob die Schweizer Analytiker alle Jung-Anhänger seien.4 Ich werde Oberh. auf seine Frage raten, eine kurze Erklärung an die genannte Zeitschr. zu senden. Es scheint zweckmäßig, diese Erklärung auch in unsrer Z. abzudrucken.
Es ist nun längere Zeit vergangen, ohne daß wir von dem Studenten-Verein in Leipzig etwas gehört haben. Wir selbst können in dieser Sache wohl nicht selbst die Initiative ergreifen.
Gern würden wir in der Sache Brill eine Ansicht äußern oder einen Rat geben, aber da die Vermutung begründet ist, daß bei Br[ill] eine neurotische
Maschinenschriftlicher Brief.
Ethilda Herford und James Glover; vgl. Bd. 1, S. 123, Anm. 6 u. 8.
Albert Moll . Berliner Nervenarzt. Freud war Moll gegenüber anfangs neutral, später hielt er ihn für verständnislos, nannte seine Schriften »erbärmlich« und schließlich warf er ihn bei einem Besuch fast hinaus; vgl. Freud (1965a), S. 85.
Geijerstam (1920).
Maschinenschriftlicher Brief.
Ethilda Herford und James Glover; vgl. Bd. 1, S. 123, Anm. 6 u. 8.
Albert Moll . Berliner Nervenarzt. Freud war Moll gegenüber anfangs neutral, später hielt er ihn für verständnislos, nannte seine Schriften »erbärmlich« und schließlich warf er ihn bei einem Besuch fast hinaus; vgl. Freud (1965a), S. 85.
Geijerstam (1920).