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Liebe Freunde!
Es war mir beim besten Willen absolut unmöglich, den Rundbrief früher als am heutigen Sonntag zu schreiben und ich bitte, die Verspätung nicht übel zu nehmen. Zur näheren Erklärung will ich den Wiener Bericht voranstellen und bei dieser Gelegenheit vorschlagen, daß wir es alle von nun an so halten, daß der Brief mit dem Eigenbericht - der ja doch immer interessanter ist - beginnt und die Antworten dann am Schluß bringt.
Im Verlag ist jetzt mehr denn je zu tun. Einerseits weil sich das Geschäft außerordentlich hebt und wir natürlich bisher auf einen solchen Großbetrieb nicht eingerichtet sind; andererseits habe ich glücklicherweise jetzt schon so viel zu tun, daß ich es nicht mehr bewältigen kann und eine gründliche Neuorganisierung vornehmen muß, ohne die Entscheidung in der Kola-Sache abwarten zu können. Der Verlag wird in der zweiten Hälfte Februar in die neuen Büroräume überwechseln, wo das vorhandene Personal einen Teil der administrativen und expeditiven Arbeiten sofort übernehmen kann. Außerdem brauchen wir noch jemanden, der mir einen Teil der Geschäfte abnehmen kann. Aus dem Engagement Bernfeld's ist leider nichts geworden, da sein Gesundheitszustand nicht der Art ist, daß er sich den Strapazen eines, man kann schon sagen, aufreibenden Berufslebens nicht aussetzen kann.2 Außerdem fehlte ihm nach eigenem Geständnis gerade in den Fächern, die wir brauchen, die nötige Kenntnis und Erfahrung (Kalkulation, Herstellung, Buchtechnik etc.).
Maschinenschriftlicher Brief.
Bernfeld wurde bereits 1914 wegen einer Lungenkrankheit von der Landsturmdienstverpflichtung frei gestellt; vgl. Fallend & Reichmayr (1991), S. 62. Zu seinem instabilen Gesundheitszustand bemerkt Freud in einem Brief an Eitingon: »An Stelle von Bernfeld, dessen Gesundheitszustand ihn unverwendbar macht - er stellt z.B. die Bedingung, daß ihm alle Arbeit in seine Wohnung nach Hietzing gebracht werde, hat Rank Dr. Storfer engagiert, von dem wir viel erwarten, außerdem eine Sekretärin u. meh
Maschinenschriftlicher Brief.
Bernfeld wurde bereits 1914 wegen einer Lungenkrankheit von der Landsturmdienstverpflichtung frei gestellt; vgl. Fallend & Reichmayr (1991), S. 62. Zu seinem instabilen Gesundheitszustand bemerkt Freud in einem Brief an Eitingon: »An Stelle von Bernfeld, dessen Gesundheitszustand ihn unverwendbar macht - er stellt z.B. die Bedingung, daß ihm alle Arbeit in seine Wohnung nach Hietzing gebracht werde, hat Rank Dr. Storfer engagiert, von dem wir viel erwarten, außerdem eine Sekretärin u. meh