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Liebe Freunde,
ad. W.: Da ich nicht selten [in] Zuschriften um Überlassung von Separatabdrucken angesucht werde, glaube ich, daß sich eine Sammlung meiner Aufsätze in deutscher Sprache dem Verlag lohnen würde. Die ung. Bücher dürften hier verlegt werden.
ad B.: Nochmal ein Wort über Groddeck. In einem Zug gelesen ist das Buch sicherlich langwierig, aber dasselbe könnte man auch von Rabelais sagen. Es ist auch zuzugeben, daß das Erscheinen dieses Buches im Verlag uns noch viele Vorwürfe einbringen wird - intra muros et extra.2 Mit der unter uns selbstverständlichen Offenheit muß ich Dir, l. Abraham sagen, daß Du auf Deinen exponierten und wichtigen Posten unter keinen Umständen, geschweige denn wegen solcher Lappalien, verzichten darfst. Ja, Du darfst daran überhaupt nicht denken! Ihr müßt einen Weg finden, die Geschäftsgebarung auch ohne allzuempfindliche Verletzung Liebermanns in Ordnung zu bringen. Vielleicht wählt Ihr einen tatkräftigen II. Schriftführer.
ad L.: Vorige Woche wurde ich von zwei lernbegierigen Engländerinnen (aus Cambridge und London) interviewt. Die erste Aussicht auf kaufkräftige Valuta! Ich nahm mir vor, englisch zu üben.
Die »Proceedings« dankend erhalten.
Gestern meldete sich bei mir der erste von Steinach3 operierte Fall von ps. Impotenz; ein Jüngling von 25-26 Jahren, dem St. den l[inken] Samenstrang unterbinden ließ. Der Pat. behauptet, seit dem 8. Tage nach der Op. kräftige Erektionen zu verspüren. Vor dem Coitus hat er aber immer noch Angst. Ich wies ihn an, Coitusversuche zu machen und will dann weiter berichten. Ein Begleitbrief von Steinach entschuldigt die
Handschriftlicher Brief.
Lat.: Innerhalb der Mauern und außerhalb.
Vgl. Bd. 1, S. 74, Anm. 7.
noch bestehende Ängstlichkeit mit der Einseitigkeit der Operation (zur Rettung der Generationsfähigkeit).4 NB: Der Pat. zahlte 5000 Kr. für die Konsultierung mit Steinach und 25000 für die Ligatur.
Herzlichste Grüße von