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Liebe Freunde!
Wir haben dieses Briefpapier in Wien anfertigen und versenden lassen und hoffen, daß es bereits angekommen ist und in Verwendung genommen wurde.
Wien: Der Verlag ist gestern in sein neues Büro übergesiedelt (Wien III/1, Weissgärberlände 44-46), wo wir Raum und Personal zur glatten Abwicklung der administrativen und expeditiven Arbeiten zur Verfügung haben. Die Redaktion verbleibt weiterhin in der Grünangergasse, wohin auch, wie bisher, die gesamte Korrespondenz zu richten ist. Die schon dringend gewordene Raumfrage wurde nicht aufgeschoben, bis volle Klarheit über Kolas Absichten herrscht, da wir jetzt eher mit dem Nichtzustandekommen der Fusion rechnen. Kola will nämlich die Wiener med. Wochenschrift, das offizielle Organ der Gesellschaft der Ärzte herausgeben, und unter dem Patronat der Wiener Fakultät einen großen medizinischen Verlag gründen. Wir erklärten, daß wir auf volle Unabhängigkeit bestünden und überhaupt nicht gerne mit der Fakultät in einen solchen Rahmen gespannt würden, umsomehr als dieser Wunsch auf Gegenseitigkeit beruhen dürfte.-
Das erste Heft der Zeitschrift hat sich infolge einer Reihe von technischen Zwischenfällen verspätet und dürfte erst Mitte März erscheinen. Inzwischen wird aber das zweite, bereits in Wien gedruckte Heft auch fertig sein.- Imago 2. Heft ist beinahe fertig.- Vom Jahresbericht fehlen noch immer einige Beiträge aus Berlin (Abraham, Boehm, Sachs), die wir so rasch wie möglich - wenn auch unvollständig - erbitten!
Stärcke hat zu seinem Kongreß-Vortrag eine geist- und temperamentvolle Einleitung geschrieben und das ganze soll als nächstes Beiheft gedruckt werden.- Ferner hat Winterstein das Manuskript eines Buches über die attische Tragödie eingereicht, von dem wir meinen, daß es sich eher zur Publikation in englischer Sprache eignen würde (es fußt auf einer
Maschinenschriftlicher Brief.
Anzahl englischer Forscher). Wir denken uns, daß eine sehr gekürzte Darstellung des Hauptinhaltes in Imago erscheinen soll, währe