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Liebe Freunde,
bei uns herrscht schon Vor-Feiertagsstille, so daß verhältnismäßig wenig zu berichten ist.
Über die amerikanischen Verhältnisse hat der Professor durch Frink weiteres erfahren. Brill ist ziemlich unbeliebt in New York. Behandelt die anderen Mitglieder ziemlich schroff von oben herab, erweckt aber allgemein den Eindruck als wäre er im ständigen Kontakt mit uns. Oberndorf ist nicht mehr Präsident der Gruppe, sondern T. H. Ames3 (375 Park Avenue). Dieser ist ein ehemaliger Jungianer, der sich jetzt bekehrt hat; Frink scheint sich ihn zum Mitarbeiter zu wünschen und trotz seiner Jugend etwas von ihm zu erwarten. Dabei ist der Professor selbst noch nicht sicher, ob Frink sich der ihm zugedachten Aufgabe wohl annehmen wird. Im Ganzen erfährt man von ihm, daß die Amerikaner kein richtiges Interesse und vor allem keinen Allgemein-Geist besitzen und auch kein Koalitionsbedürfnis mit ihm zu haben scheinen, mit einem Wort: gar kein Verhältnis zur Analyse, die sie höchstens als Geschäft betrachten. Tannenbaum4, den Frink als einen Faiseur und Dummkopf schildert, genießt gar kein Ansehen und Niemand will etwas von ihm wissen. Es dürfte daher auch der unter seinem Schutz stehende Stekel einen Mißerfolg haben. -
Ad L.: Auf Deine Anfrage, lieber Ernest, bezüglich Brills Anfrage an die New Yorker Gruppe, sagt Frink - der allerdings bei der letzten Sitzung nicht mehr anwesend war - daß ihm von einer solchen Anfrage nichts
Maschinenschriftlicher Brief.
Kein Datum, wahrscheinlich kurz vor Gründonnerstag 1921.
Thaddeus H. Ames (1885-1963). Amerikanischer Neurologe, Teilnehmer am Weimarer Kongreß 1911. Zunächst Schüler Jungs, den er 1912 nach Amerika einlud. Wurde dann Mitglied der New Yorker Gruppe und im Januar 1921 deren Präsident; vgl. auch Freud (1993e), S. 427; KB, IZP, 7, S. 398; Shoenfeld (1963).
Vgl. Bd. 1, S. 61, Anm. 25.
bekannt sei; und Monroe Meyer5, der bei der letzten Sitzung war, hat auch von der Anfrage in der New Yorker Gruppe wegen der Koeditorship nichts g