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Liebe Freunde,
Ich muß gestehen, daß mich eine gewisse Wehmut beschleicht, wenn ich vom regen wissenschaftlichen Treiben höre, das bei Euch herrscht. Wir müssen uns vielleicht noch lange mit der rein esoterischen Tätigkeit begnügen, die uns noch belassen wurde. Am fleißigsten arbeitet natürlich Róheim, der mir unlängst den z.T. schon verwirklichten Arbeitsplan zu einem bedeutsamen neuen Werke zeigte, das »Psychoanalysis and Social Anthropology« betitelt sein wird.2 Nächstens liest er uns ein Kapitel des Buches vor. Er steht mit Rivers3, der sich für ihn zu interessieren scheint, in Briefwechsel.- Pfeifer und Radó arbeiten an der ungarischen Übersetzung der »Vorl. z. Einführung« resp. des Witzbuches.- Ich gehe ganz in der Praxis auf.
In der nächsten Sitzung will ich dem Vereine von der Ehrung Mitteilung machen, die durch die Namensgebung des jüngsten Enkels vom Professor nach unserem unvergeßlichen Toni Freund auch uns zu Teil wurde. Unsere herzlichste Gratulation kann ich schon im Vorhinein verdolmetschen.
Die kleine Erzsike, Toni Freunds Töchterchen (jetzt 4 J.; 5 Mon. alt) hat unlängst Folgendes geleistet: Sie sitzt am Topf, um »Großes« zu machen, und sagt zu ihrem kleinen Bruder: »Didi, was ich im Popo habe ist Gold, - was im Topf ist, ist gelb.« Die Mutter fragt sie: »Warum ist das Gold?« Sie antwortet: »Weil es in meinem Popo ist.« -
Deutlicher könnte wohl niemand die narzißtische Besetzung des noch mit dem Körper-Ich zusammenhängenden, im Gegensatz zum Ausgeschiedenen,
Handschriftlicher Brief.
Gemeint ist hier Róheims Buch »Australian Totemism«; vgl. Roheim (1925). Unter dem Titel »Social Anthropology; a Psycho-Analytic Study in Anthropology and a History of Australian Totemism« ist es dann ein Jahr später in den USA erschienen, Róheim (1926).
Vgl. Bd. 1, S. 52, Anm. 20.
motivieren. Dieser kleine Beitrag gehört unbedingt in das Kinder-Sammelwerk.4 -
Der Paralysevortrag von Hollós war im klinischen Teil sehr gut, im theoretischen unklar, ich will ihn zur Umarbeitun