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Liebe Freunde,
Kolnai ersuchte mich brieflich, eine Vorrede zu seiner in II. Aufl. erscheinenden »Ps[ychoanalyse] + Soz[iologie]« zu schreiben. Zugleich sandte er mir das MS der Zusätze zu dieser Auflage. Ich entsprach seiner Aufforderung, machte ihn aber darauf aufmerksam, daß er die Stelle, wo er von zweierlei Richtungen der Ps. spricht (von einer, die das »freie Ausleben« zum Programm macht, und von einer anderen, die nach ihm von Freud, Pfister und mir vertreten sei), korrigieren muß, da mir von einer ψα mit dem Programm des »freien Auslebens« nichts bekannt sei. Ich mache Rank auf diese Stelle aufmerksam.- Er benützte diese Gelegenheit, um gegen Groddecks Buch und d. »Ars amandi«2 Stellung zu nehmen. Wir sehen, sein Ethicismus nimmt überhand.
Radó, unser Sekretär, sowie andere Mitglieder beklagten sich bei mir, auf Anfrage etc. vom Verlag keine Antwort zu bekommen.
ad L. Wäre es nicht besser, jede Gemeinschaft mit dem Kegan-Buch schon von vornherein öffentlich abzulehnen? Bousfield's Gutachten fordert dazu förmlich heraus.
Herzliche Grüße
Ferenczi