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Liebe Freunde,
Die Fortsetzung des Vortrages von Róheim in der gestrigen Sitzung2 überzeugte mich davon, daß es nicht übertrieben ist, wenn ich in diesem jungen Manne, dessen ungeheueres Wissen jetzt in den Dienst der Psychoanalyse (und umgekehrt) gestellt wurde, den angehenden Reformator der Anthropologie und Kulturgeschichte sehe.- Vor einigen Wochen besuchte ihn übrigens ein Dozent aus Cambridge, der mit den hiesigen Kreisen über eine Austauschform zw. Professoren von Cambridge und Budapest verhandelte. Auf Vorschlag von Rivers legte dieser Gewicht darauf, daß Róheim einer der Auszutauschenden wäre (obzwar er ja kein Professor mehr ist); das dürfte aber am Widerstande der Hiesigen scheitern, obzwar der Abgesandte von Cambridge steif und fest behauptet, daß man auf seine Vorschläge eingehen muß.-
Ein nichtoffizieller Schüler von mir (Pat.) Dr. Dukes3, schrieb eine gute Arbeit über die Notwendigkeit, auf Grund der psychoanalytischen Erkenntnisse die Auffassung der Delikte, besonders der aus »Unachtsamkeit« begangenen, zu revidieren. Ich veranlaßte ihn, die Arbeit für Imago zu übersetzen. 4
Ich übermittle den Referenten der Zeitschriften die Anregung aus unserem Kreise, wonach das Einlaufsdatum der Manuskripte am Schluß der Artikel vermerkt werden sollte.