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Liebe Freunde!
Wir haben diesmal eine ziemliche Verspätung unseres Briefes vom 1. zu verantworten und glauben dies hinlänglich damit begründen zu können, daß fast gar nichts zu berichten war, lieber die Ankunft Eitingons abgewartet haben, mit dem wir ja reichlich viel besprochen haben; doch bitten wir gleich diesen Brief auch für den 11. gelten zu lassen, da wir innerhalb der nächsten drei Tage kaum etwas zu berichten haben dürften. Leider ist auch durch Deine Erkrankung, l. Ernest, eine kleine Unterbrechung in der Kontinuität der Briefe eingetreten. Doch hoffen wir, daß Du Dich in Elsted recht bald vollkommen erholt haben wirst und gönnen Dir die wohlverdiente Ruhe.
Wie sehr wir uns mit Eitingons Hiersein gefreut haben, brauchen wir nicht zu schildern. Die seit den Haager Tagen durch unseren Rundbriefverkehr doch nur unzulänglich ersetzte Stimmung war wieder da und wurde nur durch den Umstand getrübt, daß sie eben nur wieder unvollkommen aufleben konnte; doch haben wir, und insbesondere der Professor, der abwesenden Freunde um so intensiver gedacht, als ja Eitingon eigentlich im Namen des Komitees hier her kam, um dem Professor am 6. Mai die vom Bildhauer Königsberger stammende Bronzebüste zu überreichen. Der Professor, der sich mit dem Geschenk sehr freute, läßt sich herzlich dafür bedanken, und ich (Rank) kann ehrlich versichern, daß es sich um ein sehr gelungenes Kunstwerk handelt, welches mir des Anlasses würdig erschien.2 Eine Reihe von Gratulationen, die eingelangt sind, wird der Professor persönlich beantworten.
In der gemeinsamen Sitzung am Freitag Abend haben wir zuerst die Frage der Komiteezusammenkunft erörtert und uns einstimmig dem Vorschlag
Maschinenschriftlicher Brief.
Über Paul Königsberger ist so gut wie nichts bekannt. Er beschrieb später lediglich in einer deutschprachigen Londoner Zeitung seine »Porträtsitzungen mit Sigmund Freud«. Freud selbst schrieb über die Büste, sie warte nun »als gespenstisch drohender Doppelgänger auf eine definitive Aufstel
Maschinenschriftlicher Brief.
Über Paul Königsberger ist so gut wie nichts bekannt. Er beschrieb später lediglich in einer deutschprachigen Londoner Zeitung seine »Porträtsitzungen mit Sigmund Freud«. Freud selbst schrieb über die Büste, sie warte nun »als gespenstisch drohender Doppelgänger auf eine definitive Aufstel