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Liebe Freunde,
Herzlichen Gruß zum Beginne des neuen Arbeitsjahres, zu dem wir alle frische Kräfte sammelten. Besonders die unvergeßlich schönen und inhaltsreichen Tage im Harz haben, in mir wenigstens, neue Lust zur Arbeit geweckt; die Erinnerung an sie wird mir in Stunden der Ermüdung oder der Depression helfen. Ich danke Euch allen für die vielen Anregungen.
Gleichsam um die Diskussions-Matinées fortzusetzen lege ich einen Einfall zur Theorie der hyst. Identifizierung diesem Brief bei und bitte um gef[ällige] Meinungsäußerungen.
Die erste Sitzung fand schon am letzten Samstag statt. Sprecher war Róheim, der ein interessantes Kapitel seines großen Buches vortrug.2 Die Diskussion soll Euch, l. Rank und Jones, ehestens zukommen.
Die Praxis läßt sich nicht sehr stürmisch an; (bisher bei mir 5 Pat., einen konnte ich Hermann abgeben. Meine Pat. sind ausnahmslos alte, vom vorigen Semester verbliebene). Es herrscht hier große Geldknappheit überall, doch hilft dem der neue Finanzminister durch fleißige Inflation ab. Hoffentlich bekommen auch wir etwas von diesem Flatus zu riechen. Eisler beendete die Übersetzung des Tagebuchfragments einer jungen Selbstmörderin; ich lege sie dem Wiener Brief bei und bitte um Nachricht über die Art ihrer Verwendbarkeit.3
Zwei amerikanische Zeitungsausschnitte und ein gleichfalls amerikanisches Magazin-Heft schicke ich fürs Wiener Museum4; gleichzeitig auch einige historisch nicht uninteressante Jung- und Maeder-Briefe aus alter Zeit.