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Liebe Freunde,
Wien ist nicht eingegangen, London wie gewöhnlich zuerst, aber an meine (A) Adresse. Alle Briefe werden in Zukunft wieder an Eitingon erbeten.
Es ist dankenswert, daß Du, l. Ferenczi, den wissenschaftlichen Gedankenaustausch gleich im ersten Brief fortsetztest. Bei unsrer nächsten internen Zusammenkunft werden wir drei die Idee einmal durchsprechen. Mir persönlich drängt sich ein Einwand auf, der aber noch nicht genügend durchdacht ist, um mitgeteilt zu werden.
Wir wundern uns, daß in London so große persönliche Schwierigkeiten bestehen. Es ist beinahe ein arithmetisches Problem, wie sich in einem so kleinen Kreis noch mehrere Gruppen bilden können. Deinem Einfluß, lieber Jones, wird es hoffentlich gelingen, die Gegensätze auszugleichen. In wenigen Tagen kehrt der jüngere Glover2 nach England zurück. Er hat außer der eigenen Analyse noch keine Erfahrung. Ich kann aber sagen, daß er jedenfalls mit guten Absichten an die Arbeit geht. Hoffentlich wird er Dir die Stellung im Verein erleichtern. Ich würde gern nach einiger Zeit hören, wie er sich dort eingeführt hat.
Die im letzten Brief genannten Personen haben definitiv die Aufgabe des Literatursammelns übernommen.
In unserer Sitzung am 18. Oktober war Frau Dr. Benedek3 aus Leipzig als Gast.4 Sie führte sich mit ein paar kleinen Beiträgen aus der psa. Praxis
Maschinenschriftlicher Brief.
Edward; vgl. Bd. 1, S. 124, Anm. 9.
Therese Benedek (1892-1977). Ungarische Kinderärztin, erhielt ihre analytische Ausbildung bei Ferenczi, bei dem sie während der Räterepublik studierte. Nach der Konterrevolution des Horty-Regimes 1919 übersiedelte sie nach Leipzig, wo sie als erste Psychoanalytikerin einen kleinen Kreis analytisch orientierter Kollegen leitete (vgl. Bd. 1, S. 77, Anm. 8 und 9), der 1928 zum offiziellen Arbeitskreis der DPG wurde. Von 1933 bis 1935 war sie Lehr- und Kontrollanalytikerin am Berliner Institut. 1936 emigrierte sie in die USA, wo sie bis zu ihrem Tod in Chicago lebte; vgl. May (2000).
bei uns e