You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Liebe Freunde,
von der übrigen Welt auch postalisch beinahe abgeschnitten, freue ich mich doppelt über jede Nachricht von Euch. Eure Briefe erreichen mich alle, doch mit beträchtlicher Verspätung. So erhielt ich den B.Brief erst heute, - den L.Brief 2 Tage früher.
Im Verein erzählte uns Feldmann von Erfahrungen über Schwangeschaftsphantasien. Er behauptet, daß Frauen, deren ubw. Schw[angerschafts]-Phantasien analytisch zu Tage gefördert werden, die Sterilität aufgeben und konzipieren.2
Einem sehr herzlichen Brief von Groddeck fügte Fr. Emmy v. Voigt3, seine schwedische Mitarbeiterin, die Mitteilung bei, sie hätte sich wegen der schw[edischen] Übersetzungen mit ihrem Vaterlande in Verbindung gesetzt.
Wegen der ung. Übersetzungsrechte muß ich mit meinem Gauner von einem Verleger einen unangenehmen Streit führen, dessen Erfolg sehr zweifelhaft ist. Dr. Béla Lévy erweist sich als ein etwas saumseliger juristischer Ratgeber und Helfer.
Vorigen Sonntag wurde der Leichnam unseres Toni Freund von Wien nach Bp. überführt und hier endgültig bestattet.4 Seiner Frau scheint diese Zeremonie zur Beendigung ihrer pathologischen Trauer verholfen zu haben. Sein Bruder Emil offenbart seinen wirklichen Charakter darin, daß er sich rückhaltlos dem antisemitischen Kurse anschloß und auch die
Handschriftlicher Brief.
Am 5. November 1921 referierte Feldmann: »Aus der Analyse einer Graviditätsneurose«; vgl. KB, IZP, 8, S. 113.
Emmy von Voigt (1864-1961). Schwedische Patientin Groddecks, der sie 1914-15 behandelte, zu seiner Assistentin machte und 1923 heiratete; vgl. Siefert et al. (1986), S. 36.
Anton von Freund war in Wien an den Folgen eines Prostata-Krebses am 20. Januar 1920 gestorben; vgl. Bd. 1, S. 40, Anm. 2.; IZP, 6, S. 95.
Handschriftlicher Brief.
Am 5. November 1921 referierte Feldmann: »Aus der Analyse einer Graviditätsneurose«; vgl. KB, IZP, 8, S. 113.
Emmy von Voigt (1864-1961). Schwedische Patientin Groddecks, der sie 1914-15 behandelte, zu seiner Assistentin machte und 1923 heiratete; vgl. Siefert et al. (1986), S. 36.
Anton von Freund war in Wien an den Folgen eines Prostata-Krebses am 20. Januar 1920 gestorben; vgl. Bd. 1, S. 40, Anm. 2.; IZP, 6, S. 95.