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Liebe Freunde
Heute ist Einiges vom Betrieb unseres Instituts zu berichten. Der Zuspruch von Patienten ist in letzter Zeit etwas schwächer, doch sind immer etwa 50 - 60 Personen in Behandlung. Auch in der Privatpraxis war eine Zeit lang wenig Zugang, neuestens hat sich das aber wieder geändert, so daß ich (A) z.B. Hárnik zwei neue Patientinnen zuweisen konnte. Augenblicklich sind alle Kollegen ausreichend beschäftigt, mit Ausnahme von Alexander, der noch im ersten Anfang der Praxis steht. Eitingon ist mit seinen Leistungen in der Poliklinik besonders zufrieden. Er hat von allen anderen jüngeren Mitarbeitern die größte psychol. Begabung.- Außer den wissenschaftlichen Abenden (3 im Monat) finden jetzt nach Bedarf poliklinische Abende statt, an welchen sich die Mitarbeiter der Pol[iklinik] zur Besprechung technischer Fragen zusammenfinden. Über den Einführungs-Kursus wurde schon berichtet. Simmel hat in seinem Kurs (ps-a Gesichtspunkte für den prakt[ischen] Arzt) 6 bis 8 Hörer. Sachs (Sexualprobleme in der psychoanalytischen Praxis) ca. 12 Hörer.-Sachs teilt mit, daß unser Buchhandel Mangel an den meist geforderten Werken hat, besonders fehlen von Herrn Prof.: Vorlesungen, kl. Schriften, 3 Abhandl., Traumdt.
Vor einiger Zeit nahm an unsern Kursen ein Dr. med. Paneth2 aus Wien teil. Er wollte Analytiker werden, entzog sich aber aus durchsichtigen Gründen der Analyse durch Sachs. Jetzt hält er bei einem Kino-Unternehmen einen Begleit-Vortrag zu dem Film »Aus der Unterwelt des Seelenlebens« (hypnotisch etc.). Angeblich will er später doch zur Analyse kommen.3