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Liebe Freunde,
Alle Briefe sind rechtzeitig eingetroffen.
Wien: Wir freuen uns über Ihre Ernennung, lieber Herr Professor und gratulieren der holländischen Gesellschaft zu der von ihr getroffenen Wahl.
Auch uns würde das Feuilleton von Polgar über Groddeck sehr interessieren; wir schlagen vor, es zirkulieren zu lassen.
Deiner Anregung, l Rank, kurze Sitzungsreferate zu geben, werden wir Folge leisten (vom 1. Jan. an).
Kürzlich erhielt ich (A) einen Bericht des »Sexuologischen Seminars« in Wien zugesandt. Vorsitzender ist ein Student (oder jetzt Dr.) Fenichel.2 Er scheint psa. stark interessiert, aber etwas eigenbrötlerisch gefärbt zu
Maschinenschriftlicher Brief.
Otto Fenichel (1897-1946). Österreichischer Arzt, der bereits als Student im Wintersemester 1915/16 Freuds Vorlesungen an der Wiener Universität hörte. Er gehörte der Wiener Jugendbewegung um Siegfried Bernfeld an. Seit dieser Zeit gilt seine Interesse der sexuellen Aufklärung der Jugend; ein Thema, zu dem er im Mai 1920 in der WPV seinen Aufnahmevortrag hielt. Von 1919 bis 1921 organisierte er für Medizinstudenten ein »Seminar für Sexologie«, an dem u. a. die späteren Analytiker Edward Bibring, Grete Lehner-Bibring, Annie Reich und Wilhelm Reich teilnahmen. Seine analytische Ausbildung erhielt er bei Paul Federn und nach seiner Übersiedlung 1922 nach Berlin bei Sándor Radó. Ab 1924 war er Mitarbeiter in der Berliner Poliklinik und von 1926 bis 1934 Mitglied der DPG. 1933 emigrierte Fenichel nach Oslo und war Mitglied der dänischnorwegischen psychoanalytischen Vereinigung. Aus dieser Zeit stammen seine »Rundbriefe«, mit deren Hilfe er eine Gruppe sozialistisch orientierter Analytiker einen Zusammenhalt während des Exils verschaffen wollte. 1935 übersiedelt er nach Prag, um als Nachfolger von Frances Deri die Leitung der Prager Vereinigung, die der WPV angegliedert war, zu übernehmen. Als diese Vereinigung 1938 aufgelöst wurde, emigrierte Fenichel nach Amerika und ließ sich in Los Angeles nieder. Um als Arzt in Ka
Maschinenschriftlicher Brief.
Otto Fenichel (1897-1946). Österreichischer Arzt, der bereits als Student im Wintersemester 1915/16 Freuds Vorlesungen an der Wiener Universität hörte. Er gehörte der Wiener Jugendbewegung um Siegfried Bernfeld an. Seit dieser Zeit gilt seine Interesse der sexuellen Aufklärung der Jugend; ein Thema, zu dem er im Mai 1920 in der WPV seinen Aufnahmevortrag hielt. Von 1919 bis 1921 organisierte er für Medizinstudenten ein »Seminar für Sexologie«, an dem u. a. die späteren Analytiker Edward Bibring, Grete Lehner-Bibring, Annie Reich und Wilhelm Reich teilnahmen. Seine analytische Ausbildung erhielt er bei Paul Federn und nach seiner Übersiedlung 1922 nach Berlin bei Sándor Radó. Ab 1924 war er Mitarbeiter in der Berliner Poliklinik und von 1926 bis 1934 Mitglied der DPG. 1933 emigrierte Fenichel nach Oslo und war Mitglied der dänischnorwegischen psychoanalytischen Vereinigung. Aus dieser Zeit stammen seine »Rundbriefe«, mit deren Hilfe er eine Gruppe sozialistisch orientierter Analytiker einen Zusammenhalt während des Exils verschaffen wollte. 1935 übersiedelt er nach Prag, um als Nachfolger von Frances Deri die Leitung der Prager Vereinigung, die der WPV angegliedert war, zu übernehmen. Als diese Vereinigung 1938 aufgelöst wurde, emigrierte Fenichel nach Amerika und ließ sich in Los Angeles nieder. Um als Arzt in Ka