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Liebe Freunde,
Ich bestätige auch hier den Empfang des Wiener Telegramms, das mich und Róheim nach Wien einladet, um den Amerikanern Vorträge zu halten. Das Datum der Wiener Reise setzen wir für den 6. u. 7. Jänner fest. Möglicherweise verschiebt sie sich aber um einen Tag dies- oder jenseits des angegebenen Tages. Natürlich verständige ich hierüber Rank rechtzeitig. Wann kommt Abraham? Könnte er gleichzeitig mit uns kommen, so wäre die Möglichkeit einer wenigstens partiellen Komité-Sitzung gegeben. Auf das Wiedersehen freue ich mich jedenfalls sehr.- Ich bin der Ansicht, daß die Amerikaner didaktische Vorträge brauchen; ich informierte auch Róheim, der etwas Neues vortragen wollte, in diesem Sinne. Was meinen die Wiener dazu?
Der Wandel der Zeiten läßt sich endlich auch hier bemerken; fast zu jeder Ordination kommen bereits auch Kranke, die von Ärzten geschickt wurden. Es scheint überhaupt, daß nun die Quarantäne meiner Person vorüber ist; heute wurde ich z.B. zu einer Konferenz von bekannten jüngeren Dozenten und Professoren - allerdings ausschließlich Jews - geladen, die sich zur Redaktion eines größeren Bandes »Fortschritte der Medizin« vereinigten. Ich übernehme ein Kapitel (3 Druckbogen) über Psychoanalyse. Das Buch soll in etwa 1/2 Jahr erscheinen.2 Allerdings erhielt ich - gleichfalls gestern - auch eine Vorladung vor eine Kommission der Arbeiterkrankenkasse (der ich damals als Polikliniker angehörte), um »mein Verhalten zur Zeit der R[äte] Reg[ierung] zu rechtfertigen«. Ich werde nicht erscheinen.
Die gestrige Zusammenkunft hatte die Fortsetzung des musikpsychologischen Vortrages von Pfeifer zum Gegenstande, der wieder einige gute
Handschriftlicher Brief.
Dieser Beitrag Ferenczis - und wohl auch der geplante Sammelband - ist nie erschienen.
Einfälle brachte. 3 Radó ist an Influenza schwer erkrankt; es zeigten sich auch Symptome von Hirnreizungen; es geht ihm aber schon besser.- Der Vertrag mit Dick über meine Bücher dürfte dieser Tage geschlossen werden; die