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Liebe Freunde!
Von hier sind einige erfreuliche Zeichen der Internationalität zu berichten.
Zunächst daß Professor Bianchini aus Nocera (bei Neapel) hier war und den ersten Band der italienischen Vorlesungen (Fehlhandlungen und Traum) mitgebracht hat. Die Übersetzung stammt von Edoardo Weiss, unserem Triestiner Mitglied, der das Buch auf eigenes Risiko drucken ließ. Prof. B[ianchini] selbst ist sehr eifrig und energisch und hat durch seine bisherige Übersetzertätigkeit der Psychoanalyse in Italien große Dienste geleistet.2
Ferner schrieb Bose aus Kalkutta - der Verfasser eines guten Buches über Regression3 - daß er die Absicht habe, in Kalkutta eine psychoanalytische Gruppe zu gründen, der mehrere Ärzte und andere Interessenten angehören sollen.4 Er habe sich deswegen bereits mit Jones in Verbindung gesetzt. Die Analyse sei in Indien sehr populär und werde in der Tagespresse viel besprochen.
Weiters schrieb unser ehemaliges Mitglied Wulff5 aus Odessa, der jetzt in Moskau lebt, daß die dort arbeitenden Analytiker in die Internationale
Maschinenschriftlicher Brief.
Vgl. RB 11.12.1921/W.
Bose (1921).
Zur Geschichte der Indischen Psychoanalytischen Vereinigung vgl. IZP, 8, S. 521.
Moshe Wulff (1878-1971). Studierte in Deutschland Medizin und erhielt seine psychiatrische Ausbildung bei Emanuel Mendel und Friedrich Jolly in Berlin. Dort lernte er 1908 Karl Abraham kennen. Ein Jahr später kehrte er nach Odessa zurück und nahm Kontakt mit Freud und Ferenczi auf. Im Mai 1911 wurde er Mitglied der WPV und begann einige Arbeiten Freuds ins Russische zu übersetzen. 1914 übersiedelte Wulff nach Moskau und war aktiv an der Gründung der Russischen Psychoanalytischen Vereinigung beteiligt. Er arbeitete am psychoanalytischen Kinderheim von Vera Schmidt. 1927 ging Wulff erneut nach Berlin und arbeitete am Sanatorium Tegelsee bei Ernst Simmel. 1933 emigrierte Wulff nach Palästina und gründete 1934 gemeinsam mit Max Eitingon die psychoanalytische Gesellschaft Palästinas. Nach Eitingons Tod wur
Maschinenschriftlicher Brief.
Vgl. RB 11.12.1921/W.
Bose (1921).
Zur Geschichte der Indischen Psychoanalytischen Vereinigung vgl. IZP, 8, S. 521.
Moshe Wulff (1878-1971). Studierte in Deutschland Medizin und erhielt seine psychiatrische Ausbildung bei Emanuel Mendel und Friedrich Jolly in Berlin. Dort lernte er 1908 Karl Abraham kennen. Ein Jahr später kehrte er nach Odessa zurück und nahm Kontakt mit Freud und Ferenczi auf. Im Mai 1911 wurde er Mitglied der WPV und begann einige Arbeiten Freuds ins Russische zu übersetzen. 1914 übersiedelte Wulff nach Moskau und war aktiv an der Gründung der Russischen Psychoanalytischen Vereinigung beteiligt. Er arbeitete am psychoanalytischen Kinderheim von Vera Schmidt. 1927 ging Wulff erneut nach Berlin und arbeitete am Sanatorium Tegelsee bei Ernst Simmel. 1933 emigrierte Wulff nach Palästina und gründete 1934 gemeinsam mit Max Eitingon die psychoanalytische Gesellschaft Palästinas. Nach Eitingons Tod wur