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Das wichtigste Ereignis dieses Jahres war der 7. Internationale Psychoanalytische Kongreß in Berlin, der vom 25. bis 27. September stattfand. Ein großer Teil der Rundbriefe ist der Vorbereitung und Nachbetrachtungen gewidmet.
Die psychoanalytische Bewegung erhält in diesem Jahr auch Zuwachs: Die indische Gruppe wird formal in die Internationale Vereinigung aufgenommen, die Moskauer gründen zwar eine eigene Gesellschaft, sie erhält aber trotz eines Antrags von Freud noch keinen offiziellen Status in der IPV. Ihre provisorische Aufnahme erfolgt erst 1923.
Die in diesem Band vorgelegten Rundbriefe spiegeln die zunehmenden Spannungen zwischen den Komiteemitgliedern, besonders zwischen Rank auf der einen, und Jones und Abraham auf der anderen Seite wider. Die Auseinandersetzungen entzünden sich an organisatorischen Fragen, z. B. an dem Problem der Vereinheitlichung des Korrespondenzblattes oder den Beziehungen zwischen Verlag und Press. Freud versucht durch zweimaliges persönliches Eingreifen die Situation zu entschärfen. Das gelingt ihm jedoch nur vordergründig, denn seine Position wird von Berlin und London als ausgesprochene Verteidigung Ranks erlebt. Nicht ganz zu unrecht: Freud legt Jones nahe, seine Analyse fortzusetzen, wogegen er bei Rank keine solche Notwendigkeit sieht. Hier wird deutlich, wie sehr sich Freuds Einstellung gegenüber Rank dann später gewandelt hat. Auch Rank selbst fühlte sich von Jones und Abraham ungerecht behandelt und in den Rechtfertigungen seines Vorgehens klingt zunehmende Resignation an.