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Liebe Freunde,
Wir kommen zunächst auf den geplanten Bilderaustausch zurück.2 Eitingon möchte die Bilder von Ferenczi & Rank. Sachs besitzt bereits alle drei. Ich habe nur ein Bild von Jones, hätte also gern die beiden anderen. – Wir Berliner werden im Laufe der nächsten Zeit Sorge tragen, daß wir unsre eigenen Bilder versenden können.
Die guten Nachrichten aus Wien erfreuten uns, besonders zum Jahresanfang. Auch bei uns fehlt es nicht an günstigen Zeichen, daß die Psa. selbst für sich wirbt. Die Anfragen von Ärzten, die in unsrem Institut arbeiten oder sich analysieren lassen wollen, mehren sich. Der Zuspruch der Patienten ist zufriedenstellend, so daß auch die jüngeren Mitarbeiter genügend versorgt sind.
Die Notwendigkeit eines Unterrichtsinstituts geht besonders daraus hervor, daß Leute, die uns völlig unbekannt sind, das Publikum durch Vorträge über Psychoanalyse zu ködern versuchen. So kündigen im Programm der »Humboldt-Hochschule«3, eines Instituts für populäre Vorlesungen, an: Dr. Eichberg über »Traumdeutung & PsA nach Prof. Freud & Blüher«; Dr. Schmitz: »Das Erotische im Seelenleben (psycho-anal.)«. Leider hat unser Mitglied Koerber4, wieder ohne Autorisation durch die Vereinigung, Vorträge über PsA angekündigt.
Von hier aus ergibt sich eine assoziative Verbindung zu der kürzlich aufgeworfenen Frage der Mitgliedschaft Homosexueller, zu der wir noch nicht Stellung genommen haben. Natürlich sind wir gegen jede Schroffheit gegen eine Person. Im Allgemeinen aber haben wir die Erfahrung gemacht, daß Homosexuelle mit unverdrängter Inversion nur ein gewisses Stück weit mit uns gehen könne. Sie scheitern an der Frage der Homosexualität, und da diese in vielerlei Formen in jeder Neurose auftritt, so sind
Maschinenschriftlicher Brief.
Vgl. Bd. 2, S. 90f.
Berliner Volkshochschule.
Vgl. Bd. 1, S. 228, Anm. 7.
sie außer Stande, eine Neurose wirklich zu analysieren. Unsre hiesigen trüben Erfahrungen sind Hirschfeld5 & Blüher6. Was der letztere sich an Unverstand gegenüber der