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Liebe Freunde,
Diesmal alle Briefe erhalten. Ich bitte, wenn möglich um eine Kopie des L. Briefes v. 11. Januar.
Hier macht sich zeitweise das, wenn auch sehr allmähliche Umsichgreifen der ψα bemerkbar. Unlängst konsultierte mich ein Arzt und seine Frau, die sich vor 2 Jahren noch als engagierte Gegner äußerten. Jetzt sagte mir derselbe Arzt, daß »Ehrlich2 und Freud die einzigen sind, die etwas Einheit in die sonstige Zerfahrenheit des Spezialistentums in der Medizin zu geben haben«. Natürlich ist die Mehrzahl, besonders die Fachärzte, immer noch feindlich gesinnt, obzwar sie alle wilde Analyse treiben.3
Stekels Bücher machen recht viel von sich zu reden.4 Der Artikel (der Nouvelle Revue Fr.) wurde in den hiesigen Tagesblättern besprochen.5
Im Verein machte ich nochmals energisch darauf aufmerksam, daß Vorträge nicht ohne Zustimmung des Vereins gehalten werden dürfen. – Eisler las uns Teile einer (nicht ψα beeinflußten) aber interessanten Selbstbiographie eines Münchner Literaten, Kurt Martens, vor.6 Das Buch ist sehr lesenswert, aber Eislers Glossen, die u.a. eine von der Psychoanalyse
Handschriftlicher Brief.
Paul Ehrlich (1843-1915), Hämatologe, wandte sich dem speziellen Studium der Immunität zu. Es gelang ihm, den Körper gegen gewisse Pflanzengifte zu immunisieren, die auf der Bildung spezifischer Antitoxine beruhen. Er wurde so zum Mitbegründer der Chemotherapie und schuf ein neues Forschungsgebiet, auf dem ihm (zusammen mit dem Japaner Sachahiro Hata) nach 1908 die Herstellung des Salvarsan gelang. Damit hatte er ein Heilmittel gefunden, das den Erreger der Syphilis ohne Schaden des Gesamtorganismus vernichten konnte. 1908 erhielt er den Nobelpreis für Medizin (zusammen mit Ilja Mecnikov für »Arbeiten über Immunität«.
Die Diskussion um »wilde Analyse« begann bereits im Oktober 1920, vgl. Bd. 1, S. 122.
Handschriftlicher Brief.
Paul Ehrlich (1843-1915), Hämatologe, wandte sich dem speziellen Studium der Immunität zu. Es gelang ihm, den Körper gegen gewisse Pflanzengifte zu immunisieren, die auf der Bildung spezifischer Antitoxine beruhen. Er wurde so zum Mitbegründer der Chemotherapie und schuf ein neues Forschungsgebiet, auf dem ihm (zusammen mit dem Japaner Sachahiro Hata) nach 1908 die Herstellung des Salvarsan gelang. Damit hatte er ein Heilmittel gefunden, das den Erreger der Syphilis ohne Schaden des Gesamtorganismus vernichten konnte. 1908 erhielt er den Nobelpreis für Medizin (zusammen mit Ilja Mecnikov für »Arbeiten über Immunität«.
Die Diskussion um »wilde Analyse« begann bereits im Oktober 1920, vgl. Bd. 1, S. 122.