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Liebe Freunde!
Der Berliner Brief ist diesmal – offenbar infolge des Eisenbahnerstreiks – ausgeblieben. – Sachs ist, nach zweiwöchigem Aufenthalt hier, am vorigen Samstag abgereist.
Von hier ist nichts besonderes zu berichten. Es gibt zahlreiche Krankheitsfälle und es scheint, daß die Grippe an keinem Hause ganz spurlos vorübergeht; auch an den Patienten macht sich die Epidemie bemerkbar.
Die Angelegenheit mit dem Verlagslokal ist vom Wohnungsamt aus noch nicht erledigt, steht jedoch günstig.
ad Bdpst.: Was die Traumdeutung betrifft, so bitte sich direkt an Deuticke zu wenden, der mir gesagt hat, daß Dick noch nicht gezahlt hat; er ist wohl der einzig Kompetente in dieser Angelegenheit. (Übrigens hat Deuticke dieser Tage dem Professor mitgeteilt, daß eine neue Auflage der Traumdeutung nötig ist.)2 Mit Deiner Antwort an Kolnai, l. Ferenczi, sind wir ganz einverstanden. – Der Übersetzer von Totem und Tabu, Zoltan Partoz, hat sich brieflich an den Professor gewendet und eine Anzahl psa. Bücher leihweise verlangt, sowie die Erlaubnis, einige Artikel ins Ungarische zu übersetzen; wie es scheint für eine von ihm in Wien herausgegebene ungarische Zeitschrift. Der Professor wird ihn an Dich, l. Ferenczi, weisen. Bezüglich des Manuskripts von Varró3 habe ich bereits geschrieben, daß ich es für nicht sehr geeignet zur Publikation halte. Jedenfalls müßten wir in noch größerer Manuskriptnot als jetzt sein, um es abzudrucken. Wenn Frau Varró es auf unbestimmte Zeit bei uns lassen will, wäre es möglich, daß wir es gelegentlich publizieren.
ad London: Was die englische Library betrifft, so haben wir Dir, l. Ernest, bereits privatim mitgeteilt, daß wir vorziehen würden, wenn die Kleinen Schriften des Professors in der Reihe viel weiter nach vorn geschoben würden und nicht als Bände 11 resp. 15 figurieren würden. Dies wird auch darum besonders wichtig, weil (wir für), wie Du selbst schreibst, die
Maschinenschriftlicher Brief.
Die 7. Auflage erschien noch 1922.
Vgl. RB 1.2.1922/Bp.
deutsc