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Liebe Freunde!
Wie ich bereits kurz auf einer Karte mitgeteilt habe, beschlossen wir bei unserer letzten Besprechung, den Vorschlag zu machen, daß die Rundbriefe auf zwei im Monat eingeschränkt werden sollten; wenigstens vorläufig, selbstverständlich aber mit Durchbrechung dieses Prinzips in dringenden Angelegenheiten. Zu diesem Vorschlag bewog uns die Tatsache, daß wir die Termine unserer Zusammenkunft nur sehr schwer mit den Terminen der Briefe in Einklang bringen können und daß ich (Rank) in den nächsten Monaten so stark in Anspruch genommen bin, daß ich wirklich nur am Sonntag dazu komme, den Brief zu schreiben (den ich natürlich nicht im Büro diktieren kann).
Wir glauben nicht, daß der Zweck der Briefe durch diese Verlängerung des Intervalls leiden wird und versprechen jedenfalls die 14tägigen Schreiben umso ausführlicher zu halten. Inzwischen hat ja Jones den gleichen Vorschlag in seinem letzten Brief gemacht und wir hoffen, daß auch Berlin und Budapest zustimmen werden.
Gleichzeitig habe ich auf der Karte die erfreuliche Mitteilung machen können, daß der Verlag seit Anfang des Monats bereits in seinen neuen, nach jeder Hinsicht befriedigenden Lokal arbeitet (Adresse: III. Andreasgasse 3). Wir sind jetzt intensiv mit der Einrichtung und Neuorganisation beschäftigt, hoffen aber, im Laufe dieses Monats ganz fertig zu sein.
Infolge des Ausfalls unseres Briefes vom 11. d. M. haben wir heute auf zwei Rundbriefe zugleich zu antworten.
Berlin: Auch wir gratulieren zum zweijährigen Bestand der Poliklinik, befinden uns aber im Fall der Behörde, welche die Existenz des Kindes erst mit dem Geburtsschein beginnt.2
Der russische Verleger, über den Du mir, l. Eitingon, auch privatim berichtet hast, hat sich bis jetzt noch nicht gemeldet. – Das überfällige Exemplar der Kriegsneurosen in Engl. bitten wir Dich, l. Abraham, an die
Maschinenschriftlicher Brief.
Die Poliklinik in Berlin wurde am 14. Februar 1920 eröffnet; vgl. Bd. 1, S. 65, Anm. 3 und KB, IZP, 6, S. 97.
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