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Liebe Freunde!
Wie es die Wiener durch Dr. Radó auch persönlich erfahren konnten, geht jetzt bei uns wenig vor, umso begieriger erwarte ich natürlich Eure Berichte, die immer so viel Neues bringen.
Dr. R. erzählte mir von der Großartigkeit der Verlagslokalitäten. Wir können uns wirklich freuen, daß der Verlag endlich einen entsprechenden Rahmen erhielt. – Ich hoffe, l. Rank, daß ich Dir durch Dr. R. alle nötigen Aufklärungen über den Stand der ung. Verlagsangelegenheiten erteilt habe und erwarte mit Interesse Eure Entscheidung. –
Vom Hörensagen weiß ich, daß der Kongreß ung. Psychiater, der demnächst stattfindet, auch die Psychoanalytiker zur Teilnahme auffordern will. Ich will es mir noch überlegen und von den Umständen abhängig machen, ob wir Vorträge halten sollen.
Herzliche Grüße!
Euer Ferenczi
[Zusatz »Verte!« in der linken unteren Ecke]
P.S. 3. IV.22
Beeile mich, auf Ranks Mitteilung zu antworten:
Der Vorschlag des B[ecsi] M[agyar] ist für uns Budapester unannehmbar. Es wäre dann [so], daß B. M. gleichzeitig für die Übersetzung und Unterbringung des Verlegers und der Übersetzer in Wien sich verpflichtet. Nimmst du, l. Rank, diesen Antrag an, so mußt Du Storfer zum Herausgeber bestimmen, und die Übersetzer in Wien auftreiben, was nicht unmöglich ist. Wenn Du Dick von der Konkurrenz ausschließt, so könnten wir statt seiner einen anderen Budapester (verläßlicheren) Kommissionär auftreiben; z. B. die Firma Brüder Révay, die auf solche Geschäfte eingerichtet ist. Vielleicht betraue ich Radó damit, bei den Verlegern anzufragen, ob sie nicht mehr (als Dick) zahlen möchten.