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Liebe Freunde!
Gestern abends ist der Professor nach Gastein abgereist (Adr. Villa Wassing bis 30. Juli); diesen Brief habe ich am letzten Mittwoch noch zusammen mit ihm konzipiert, komme aber erst heute Samstag dazu, ihn zu schreiben. – Ich selbst fahre am Freitag, den 7. ds. abends weg (Adr. Seefeld in Tirol Haus No 87) und gedenke bis in den September hinein dort zu bleiben. Ich muß mir nach vielen Jahren urlaubsloser Arbeit endlich eine ausgiebige Erholung gönnen, die im übrigen ja doch nicht so ausführlich ausfallen wird wie sie sollte, da ich verschiedene Arbeiten zu machen habe und auch eine Analyse mitnehme.2 Ferenczi soll am 1. August zu uns stoßen und Du, l. Abraham, wirst wie ich mit Vergnügen ersehe, auch nicht allzuweit von uns sein. Es wäre schön, wenn sich Gelegenheit zu einer kleinen Gebirgszusammenkunft ermöglichen ließe. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch die Unterkunftsfrage in Berlin mit Dir, l. Abraham, definitiv besprechen. Wir haben ja eigentlich Eure liebenswürdige Einladung schon angenommen, nur haben nachher Eitingon und auch Sachs uns persönlich auf die weite Entfernung Deiner Wohnung von der Stadt aufmerksam gemacht3, was wir natürlich nicht beurteilen konnten. Ich habe also sowohl durch Sachs als auch durch Eitingon sagen lassen, daß wir unter diesen Umständen die Unterbringung in der zweckmäßigsten Weise Euch Berlinern überlassen wollen und würden uns doch sehr freuen, wenn Dein Urteil, l. Abraham, so ausfallen würde, daß wir Eure Einladung annehmen könnten. Solltest aber auch Du Bedenken wegen der großen Entfernung haben, dann bitte sie ungeniert zu äußern; ich brauche Dir wohl nicht zu versichern, daß wir sie sachlich aufnehmen werden. Sachs, der uns für diesen Fall eingeladen hat, fürchten wir wieder
Maschinenschriftlicher Brief.
Es war zu dieser Zeit der psychoanalytischen Bewegung üblich, daß die, vor allem von ausländischen Patienten aufgesuchten Analytiker, ein oder zwei Analysen an ihrem Urlaubsort durchführten. Dies kam einma
Maschinenschriftlicher Brief.
Es war zu dieser Zeit der psychoanalytischen Bewegung üblich, daß die, vor allem von ausländischen Patienten aufgesuchten Analytiker, ein oder zwei Analysen an ihrem Urlaubsort durchführten. Dies kam einma