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Liebe Freunde,
dieser Brief wird Sie, lieber Herr Prof., nicht mehr in Wien erreichen. Aber da er Ihnen nachgesandt wird, so wollen wir ihm unsre besten Wünsche für Ihre Erholung und Kräftigung in den Ferien mitgeben. Zugleich möchten wir unserer Wißbegierde Ausdruck geben und Sie fragen, worüber Sie auf dem Kongreß sprechen werden. Die Rundbriefe enthalten bisher kein Wort über Vorträge von Mitgliedern des Com.. Wollen wirklich alle schweigen? Sachs und Eitingon haben sich in diesem Sinne ausgesprochen. Nur der Schreiber dieses Briefes kann anscheinend keinen Kongreß schweigend miterleben.2
Wie Sachs bei seiner Rückkehr aus Wien berichtete, sind Sie, l. Herr Prof., für Vertagung der Diplomfrage. Wir stimmen dem angeführten Argument zu und halten einen Aufschub bis zum nächsten Kongreß auch für richtig.
Wenn alle der Meinung von Jones zustimmen, werden wir Eintrittskarten drucken lassen und nach dem Vorschlag damit verfahren.
Im September wird Róheim uns eine Serie von Vorträgen über psychoanalytische Ethnologie halten.3 Wir beabsichtigen, ihm als Entgelt dafür die Aufenthaltskosten in Berlin zu garantieren. Er kommt eigentlich zu Studienzwecken. Die Vorträge sollen dazu dienen, ihm und seiner Frau den Aufenthalt hier zu ermöglichen.
Von verschiedenen Seiten hörte ich in letzter Zeit Ungünstiges über Brill. Er soll seinen Patienten nur ganz kurze Sitzungen geben und nur geschäftliche Interessen verfolgen. Meine Zweifel an dieser Darstellung wurden durch einen nahen Freund Brills leider widerlegt. Auch mir scheint es, daß wir nicht mehr viel von ihm erwarten dürfen.4 Bei dieser
Maschinenschriftlicher Brief.
Schließlich sprachen folgende Komitémitglieder auf dem Kongreß: Ferenczi: »Versuch einer Genitaltheorie«, Rank: »Perversion und Neurose«, Abraham: »Neue Untersuchungen zur Psychologie der manisch-depressiven Zustände«; Eitingon gab einen »Bericht über die Berliner Poliklinik«. Das Thema von Freuds Vortrag lautete » Etwas vom Unbewußten«; vgl. KB, IZP, 8(1922), S. 478-52
Maschinenschriftlicher Brief.
Schließlich sprachen folgende Komitémitglieder auf dem Kongreß: Ferenczi: »Versuch einer Genitaltheorie«, Rank: »Perversion und Neurose«, Abraham: »Neue Untersuchungen zur Psychologie der manisch-depressiven Zustände«; Eitingon gab einen »Bericht über die Berliner Poliklinik«. Das Thema von Freuds Vortrag lautete » Etwas vom Unbewußten«; vgl. KB, IZP, 8(1922), S. 478-52