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Liebe Freunde!
Zunächst bestätigen wir den Empfang der Briefe von Mitte Oktober und bedauern nur, daß die Nachrichten von Ferenczi so knapp waren; wir hoffen, daß sein nächster Brief dafür umso ausführlicher sein wird.
Hier macht sich die allgemeine und spezielle österreichische Wirtschaftskrise neuerdings wieder stark bemerkbar. Der Zuzug von Patienten ist bedeutend schwächer als sonst um diese Zeit und die Wiener Analytiker haben im allgemeinen wenig zu tun. Noch schärfer ist diese Krise im Verlag bemerkbar, der besonders unter dem rapiden Marksturz zu leiden hat (Markkurs derzeit etwa 17 K[ronen]). Wir können unter diesen Umständen mit dem deutschen Buch weniger denn je konkurrieren, sind im Gegenteil mit Rücksicht auf die hiesigen Herstellungs- und Regieunkosten genötigt, unsere Bücherpreise weiter zu erhöhen, wodurch der Absatz eine empfindliche Stockung erfahren hat. Es ist dies natürlich, wie bereits bemerkt, nur eine Folge und Teilerscheinung der allgemeinen Wirtschaftskrise hier, unter der die ganze Industrie und Kaufmannschaft sehr leidet. Auf der anderen Seite kann der Verlag seine Produktion natürlich nicht einstellen, höchstens einschränken. Und so entsteht mangels entsprechender Einkünfte aus dem Bücherverkauf eine Geldknappheit, die ja vorübergehend zu ertragen wäre, wenn irgend eine Aussicht auf Besserung der Verhältnisse bestünde. Dies scheint aber in absehbarer Zeit nicht der Fall zu sein. Im Gegenteil scheint uns auch eine eventuelle Verlegung der Herstellung nach Deutschland – abgesehen von den technischen Schwierigkeiten – nicht sehr hoffnungsvoll, weil ja für Deutschland in absehbarer Zeit eine weitere Verschlechterung der Verhältnisse und damit eine ähnliche Krise wie hier zu erwarten ist.
Dazu hat sich wie vorauszusehen war, eine innere Krise gesellt, die mit den ungeklärten Verhältnissen von Press und Verlag und mit der Stellung Hillers zusammenhängt. Wir haben in dieser Angelegenheit gestern ein Memorandum von Rickman und heute den Brief von J