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Liebe Freunde,
die geheime Hoffnung, der H. Prof. werde diesmal selber in unsere Korrespondenz eingreifen und dadurch meine Vermittlung überflüssig machen, ließ mich das Konzipieren dieses Rundbriefes von einem Tag auf den anderen verschieben. Meine Hoffnung hat sich in einer Weise erfüllt, daß, wie ich bestimmt hoffe, nunmehr von allen Seiten die Mißverständnisse beseitigt und das gegenseitige gute Verhältnis wieder hergestellt sein dürfte. Immerhin glaube ich, meine persönliche Ansicht in dieser Sache nicht verschweigen zu dürfen. Den Vorwurf kleinlichen Formalismus kann ich unseren Freunden Jones und Abraham nicht ersparen; die tiefere Motivierung derselben hat uns dann das Schreiben des H. Prof. – meiner Ansicht nach höchst überzeugend – entschleiert. Andererseits wird nun Freund Rank wohl selber zugeben, daß seine Briefe nicht besonders diplomatisch sind, sondern auch in der Form seine (uns so unschätzbare) Energie widerspiegelt. Er glaubte wohl – und mit Recht – in so einem intimen Kreise kein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen. Was speziell die ihm vorgeworfene Aktion anbelangt, so wäre ich – als Präsident oder Sekretär – nur dankbar, wenn mir der Verlagsdirektor durch sein Eingreifen eine Menge langwieriger und überflüssiger Korrespondenz mit den Gruppensekretären erspart. Gerade die Kleinlichkeit des Anlasses ist der Beweis dafür, daß der konzentrierte Angriff wohl auf andere, vielleicht sogar unbewußte Motive zurückzuführen ist. Ich zweifle nicht, daß unser Bündnis viel zu stark, durch einiges und gemeinsames Streben viel zu gefestigt ist, als daß irgend etwas, geschweige denn kleinliche Flicksäumerei, daran rütteln könnte.
Von hier aus ist wenig neues zu berichten. Ein junger Mediziner aus Szeged veröffentlichte unlängst in einer Siebenbürger med. Zeitung eine Arbeit über experimentelle Träume (ganz nach Schrötter's2 Methode) und (angeblich) mit den selben Resultaten, ohne Schr. zu kennen oder zu zitieren. Er wandte sich brieflich an mich und ich will ihm