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Liebe Freunde!
So hat es denn das, was wir Schicksal nennen, gefügt, daß ich, vom Professor aufgefordert, im Anschluß an seinen jetzigen Brief selbst zu den Sachen Stellung zu nehmen, als der selbständige Schreiber des Rundbriefes auftrete, den Ihr – der eine mehr, der andere weniger – in mir habt sehen wollen. Dies käme mir schwerer an, als Ihr vielleicht glauben mögt, wenn der Professor nicht so einsichtsvoll und gütig gewesen wäre, mir durch seinen Brief meine rein persönliche Stellungnahme zu erleichtern und Äußerungen einer sich etwa aufdrängenden Bitterkeit zu ersparen.
Wenn ich doch das Bedürfnis habe, vor Eingehen auf das Sachliche, ein Wort über das Persönliche zu verlieren, so geschieht es, um einen Appell an Euch zu richten, sich das Schwierige und Verantwortungsvolle meiner Stellung so intensiv vor Augen zu halten wie ich es täglich und stündlich fühle. Dies wird Euch und mich am sichersten davor schützen, mir in kleinlichen Dingen Vorwürfe oder Schwierigkeiten zu machen, wo ich seit Jahren fast nichts anderes mache, als im Interesse der Psychoanalyse gegen eine Reihe ganz gewaltiger äußerer Schwierigkeiten anzukämpfen; wie ich wohl sagen darf, bis jetzt erfolgreich, allerdings nicht ohne manchmal auch an der Größe der Aufgabe und meinen schwachen Kräften zu verzweifeln und ein Gefühl der lähmenden Ermattung und Müdigkeit zu empfinden. In solchen Zeiten oder Situationen hätte ich mir gewünscht, daß unsere Freundschaft mir geholfen hätte, anstatt jede meiner Äußerungen unter die Lupe der kritischen Beurteilung zu nehmen und mir vorzuhalten, ich sei schuld, wenn nicht alles glatt ginge. Ich denke wir sollten froh sein, daß so Vieles überhaupt geht, und wo es Schwierigkeiten oder auch Fehler gibt, uns gegenseitig auszuhelfen und zu verstehen. Ich brauche wohl nicht zu versichern, daß Ihr in mir den alten Freund und Helfer von früher finden werdet, nur bitte ich, mich nicht mehr für alles und jedes verantwortlich machen zu wollen, was sich innerhalb der psycho