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Liebe Freunde!
Dieser Brief geht leider etwas verspätet ab, nicht nur wegen der Feiertage an sich, sondern auch weil wir zu Weihnachten den Besuch von Sachs und zu Neujahr Ferenczi in Wien hatten. –
Mit beiden haben wir uns über alle aktuellen Angelegenheiten eingehend ausgesprochen und hoffen, daß dies die letzten etwa noch schwebenden Differenzen zwischen uns beseitigen werde. –
Im Übrigen ist von uns nicht viel neues zu berichten. Die 3 letzten Nummern unserer Zeitschrift sind noch im alten Jahr erschienen, insbesondere aus der Zeitschrift ist alles mitteilenswerte über Bewegung, Literatur etc. zu entnehmen.2
Bezüglich der Aufnahme der Moskauer Gruppe3 rät der Professor zur möglichsten Toleranz, und ich schließe mich dieser Auffassung mit dem Hinweis auf das Beispiel der amerikanischen Gruppe an, deren Mitglieder wir erst jetzt allmählich in ihren didaktischen Analysen kennenlernen. Der Professor ist der Ansicht, daß die Russen, wenn wir sie zurückweisen, leicht auf Abwege geraten könnten, während wir durch ihren Anschluß doch einen gewissen Einfluß auf sie haben. –
Eitingon scheint seinen Pariser Aufenthalt zur Anknüpfung von wertvollen Beziehungen benutzt zu haben. Wie wir erfahren, hat sich auf seine Anregung ein kleiner Kreis von Ärzten zu ständigen Zusammenkünften vereinigt, an deren Spitze ein Doctor Lafourge (ein Elsässer, der deutsch
Maschinenschriftlicher Brief. Einige Abschnitte dieses Briefes sind fast identisch mit Teilen von RB 20.12.1922/W.
Vgl. IZP, 8, S. 521-540. In der Rubrik: »Aus der psychoanalytischen Bewegung« wird erstmals eine tschechische psychoanalytische Literaturübersicht gegeben, sowie die zweite »Preisausschreibung« Freuds zum Thema »Das Verhältnis der analytischen Technik zur psychoanalytischen Theorie«, die im Zusammenhang mit Ferenczis und Ranks Schrift von 1924 über »Die Entwicklungsziele der Psychoanalyse. Zur Wechselbeziehung von Theorie und Praxis«, die sogenannte »Technikdebatte« auslöste.
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