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Liebe Freunde,
Im Gegensatz zu Berlin wird es in der Budapester Gruppe, deren Energien zum Teil von Deutschland aufgesaugt wurden, immer stiller.2 In der Öffentlichkeit hört man von Psychoanalyse fast nichts mehr; wir selbst ziehen uns absichtlich zurück. Diese Taktik hat uns vor so manchem bewahrt und wir gedenken sie einstweilen fortzuführen. Ich bin überzeugt, daß die psychoanalytische Welle von Deutschland her auch unser Land überschwemmen wird, (diesmal die wissenschaftlichen Kreise) – dann wird man ohne uns kaum etwas ausrichten können.
Eine mir ganz unbekannte Dame (Lehrerin) überraschte mich unlängst mit einer auffallend guten Dostojevsky-Studie. Ich will sie in der Vereinigung als Gast vortragen lassen. In der Vereinssitzung führte sich Frau Dr. Márie Takács3 (die Übersetzerin des Alltagslebens) mit einem gelungenen Vortrag ein. Sie wurde als außerordentliches Mitglied aufgenommen, nachdem wir zuvor in der Jahresversammlung diesen neuen Grad der Mitgliedschaft kreierten.
Die Praxis ist zufriedenstellend, was die Frequenz anbelangt. Bei mir sind Frau Herford4 und Dr. Eder zur Fortsetzung ihrer Analyse wieder eingerückt; außerdem habe ich jetzt auch eine Tschechoslowakin, so daß ich vorübergehend etwas aufatme und Hollós5, Hermann6 und Pfeifer7 so ziemlich versorgen kann.