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Liebe Freunde,
Wir treten in den erneuten Briefwechsel mit zwei Hoffnungen ein, daß Sie, lieber Herr Professor, von Rom in vollkommener körperlicher und seelischer Frische zurückkehren2, und daß die gemeinsam in den Alpen verbrachten Tage3 unserem engeren Kreise die innere Festigkeit gegeben habe, die er für die Zukunft benötigt.
Wir Berliner sind in schwierige Verhältnisse zurückgekehrt. Unsre Gruppe hat aber ihre Sitzungen mit einem geselligen Abend wieder aufgenommen und es scheint, daß wir trotz der schlimmen politischen Lage mit gutem Mut an die Arbeit des Winters gehen dürfen.
Die Praxis schien anfänglich sehr bedroht, doch scheint es, daß alle sich werden über Wasser halten können.4 Ich (A) konnte in den letzten Tagen immerhin drei Patienten an die jüngeren Kollegen weiterleiten. Die Poliklinik hat 2 tüchtige neue Mitarbeiterinnen gewonnen: Frau Dr. Kempner5 (Wiener Mitglied) und Frau Dr. Naef6, eine psychiatrisch und neurologisch sehr gut ausgebildete Ärztin.