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Liebe Freunde!
Wir müssen leider den diesmaligen Briefwechsel mit der bedauerlichen Nachricht beginnen, daß der Professor sich in den nächsten Tagen auf Anraten seiner Ärzte einer neuerlichen Operation2 unterziehen muß, die ihm aber glücklicherweise nach einer etwa vierwöchigen Rekonvaleszenz wieder volle Arbeitsfähigkeit in Aussicht stellen können.3 Ich hoffe jedenfalls noch vor dem nächsten Rundbrief (Mitte des Monats) gute Nachrichten über den Verlauf der Operation und das Befinden des Professors geben zu können.
Im übrigen will ich mich im heutigen Schreiben auf die Mitteilungen der notwendigsten Neuigkeiten beschränken. Im Verlag geht vorläufig noch alles den gewohnten Gang weiter (insbesondere die Gesamtausgabe und die Zeitschriften). Doch werden wir das angesichts der immer trostloseren wirtschaftlichen Verhältnisse im Reiche bald wesentlich einschränken müssen. Als erstes Opfer wird nun doch die Imago fallen müssen, die wir vom nächsten Jahrgang ab mit der Zeitschrift vereinigen wollen.4 Über die redaktionellen (bes. technischen) Fragen können wir später sprechen. Doch möchten wir womöglich schon jetzt etwaige Wünsche und Vorschläge hören (z. B. ob es besser wäre, die Herausgabe von angewandten bzw. ärztlichen Sondernummern anzustreben, oder ob wir jede Nummer
Maschinenschriftlicher Brief.
Mit Freuds zweiter Operation wurde ihm selbst und allen Komitee-Mitgliedern klar, daß es sich um eine, schon erahnte, Krebserkrankung handelte. Dieser zweite, weitaus größere Eingriff fand in zwei Schritten (4. und 12. Oktober) statt, da zunächst die Folgen der oberflächlich durchgeführten ersten Operation korrigiert werden mußten, vgl. Schur (1982), S. 431.
Am 28. Oktober konnte Freud aus dem Krankenhaus entlassen werden. Obwohl der chirurgische Eingriff erfolgreich verlief, und bis 1936 kein Wiederauftreten oder Metastasenbildungen des ursprünglichen Karzinoms erfolgten, waren doch mehr als dreißig weitere Eingriffe nötig, um die mehr oder weniger erreichten Erleichterungen,
Maschinenschriftlicher Brief.
Mit Freuds zweiter Operation wurde ihm selbst und allen Komitee-Mitgliedern klar, daß es sich um eine, schon erahnte, Krebserkrankung handelte. Dieser zweite, weitaus größere Eingriff fand in zwei Schritten (4. und 12. Oktober) statt, da zunächst die Folgen der oberflächlich durchgeführten ersten Operation korrigiert werden mußten, vgl. Schur (1982), S. 431.
Am 28. Oktober konnte Freud aus dem Krankenhaus entlassen werden. Obwohl der chirurgische Eingriff erfolgreich verlief, und bis 1936 kein Wiederauftreten oder Metastasenbildungen des ursprünglichen Karzinoms erfolgten, waren doch mehr als dreißig weitere Eingriffe nötig, um die mehr oder weniger erreichten Erleichterungen,