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Liebe Freunde!
Leider muß ich von einer unangenehmen Unterbrechung in der so überaus günstig verlaufenden Rekonvaleszenz des Professors berichten. Beschwerden, die sich einstellten, haben eine Nachoperation an der Stelle der ersten Narbe (Rand) notwendig gemacht, die Montag vorgenommen wurde und programmgemäß verlaufen ist.2 Der Professor war heute schon fieberfrei, wenn auch nicht ganz schmerzfrei und es ist bei weiterem guten Verlauf zu hoffen, daß er in einigen Tagen wieder nachhause kann. Doch ist der Beginn der Arbeitsfähigkeit wieder hinausgeschoben, einesteils wegen des Kräftezustandes des Professors, anderseits weil die Prothese ergänzt werden muß und er sich jetzt wieder daran zu gewöhnen haben wird. Doch hoffen wir, daß der Verlauf dieser Heilung ein rascherer sein wird, als beim ersten Male.
Von anderen Dingen möchte ich heute nicht viel erwähnen. Vielleicht nur, daß in Paris eine neue große Welle des medizinischen Interesses zu konstatieren ist, die sich im nächsten Jahr bereits auswirken wird (nähere Details später).
Über Sándors Klage habe ich noch mit dem Professor sprechen können (vor der Operation, wo sich Prof. bereits gut fühlte) und waren beide wir der Ansicht, daß Du, l. Ernest, Sándors wirklich große und in dieser Sache gewiß prioritätsberechtigte Verdienste nicht hättest mit Stillschweigen übergehen dürfen. Dies um so weniger, als Du in einer Besprechung des Levy-Suhlschen Hypnosebuches (im Journal) welche gerade jetzt in der (No. 4) Zeitschrift3 übersetzt erscheint, ihm den Vorwurf machst, daß er »die Freud-Ferenczische Theorie der Suggestion nicht erwähnt«. Wenn das keine Projektion ist, dann ...!
(Ein Expl. dieser Besprechung, das ich bei der Hand habe, lege ich dem Berliner Rundbrief bei. Es kann von dort dann an Sándor weitergehen).
Mit herzlichen Grüßen
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