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Liebe Freunde!
Da Abraham mit Arbeit überlastet ist, schreibe ich (Sachs) diesmal den Rundbrief; die Reaktion der Antwort nach Wien hat diesmal Eitingon übernommen, sie liegt deshalb auf einem besonderen Blatt bei.
Gestern fand unsere Generalversammlung statt und nahm einen glatten und ruhigen Verlauf. Vorstand und Unterrichtsausschuß wurden wiedergewählt, das Vereinsdefizit durch eine Umlage von 6 M[ark] auf die Berliner Mitglieder behoben und der Mitgliedsbeitrag auf 10 M. festgesetzt.
Von der Poliklinik wurde bekanntgegeben, daß im letzten Jahr 80 Analysen durchgeführt wurden. Außerdem zum Stab der Pol[iklinik] gehörigen Ärzten arbeiten dzt. dort unter Kontrolle 12 in mehr oder weniger fortgeschrittenen Stadien der Ausbildung begriffene Lern-Analytiker, deren Zahl demnächst auf 15 steigen wird.
Sonnabend hält Landauer aus Frankfurt/M. bei uns einen Vortrag.2
ad London und Budapest haben wir diesmal nichts zu bemerken.
Mit besten Grüßen
Sachs Abraham
[Nachtrag 1:]
ad Wien: In der Angelegenheit Moxon bedauern wir vor allem, daß sie Dich, lieber Otto, in solche Affekte gegen Berlin versetzt hat; an sich erscheint sie uns auch in einem anderen Licht. Wir drei wissen nicht, wer etwa von unseren Mitgliedern, bei der sehr begreiflichen Neugierde, wie eine Analyse bei Dir aussehe, es so sehr an Takt habe fehlen lassen, daß Moxon Widerstände gegen Dich bekommen, oder gar nachträglich Schaden an den guten Resultaten Deiner Analyse gelitten haben könne. Wir können uns auch gar nicht vorstellen, wie jemand nach einer fertigen Analyse bei Dir so wenig immun gegen Fragen und Reaktionen auf diese sein könnte. Wenn auch Taktlosigkeiten stets möglich sind, so wird sicher