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Liebe Freunde.
Ich habe nicht ohne Verwunderung von verschiedenen Seiten gehört, daß die letzten Publikationen unseres Ferenczi und Rank, ich meine ihre gemeinsame Arbeit und die über das Trauma der Geburt, in Berlin unliebsame Erregung hervorgerufen haben. Dazu kam, daß ich von einem aus unserer Mitte2 direkt aufgefordert wurde, mich über die schwebende Angelegenheit, in welcher er einen Keim der Entzweiung erblickt, unter Euch zu äußern. Ich komme also seinem Wunsche nach, legt es mir nicht als Aufdringlichkeit aus, meine Absicht ginge ja eher dahin, möglichst Zurückhaltung zu üben und jedem von Euch freien Weg zu lassen.
Der Sachverhalt ist der: Unser gutes Einvernehmen, Eure so oft bewiesene Achtung für mich sollen keinen von Euch in der freien Betätigung seiner Produktivität stören. Ich verlange nicht, daß Ihr Euch bei Euren Arbeiten mehr danach richtet, ob sie mir gefallen werden als ob sie so geraten, wie es der Beobachtung und Eurer Auffassung entspricht. Völlige Übereinstimmung in allen Detailfragen der Wissenschaft und über alle neueröffneten Themen ist unter einem Halbdutzend Menschen verschiedener Natur überhaupt nicht möglich und nicht einmal wünschenswert. Die Bedingung für unser fruchtbringendes Zusammenarbeiten ist nur die, daß keiner den gemeinsamen Boden der psychoanalytischen Voraussetzungen verläßt und dessen dürfen wir doch bei jedem einzelnen des Komitees sicher sein. Dazu kommt noch ein Umstand, der Euch nicht unbekannt ist und der mich besonders ungeeignet macht für die Funktion eines despotischen, immer wachen Zensors. Ich habe es nicht leicht, mich in fremde Gedankengänge einzufühlen, muß in der Regel warten bis ich den Anschluß an sie auf meinen eigenen verschlungenen Wegen gefunden
habe.3 Wenn Ihr also jedesmal b