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Liebe Freunde:
Zunächst danke ich dem Herrn Professor für die ausführliche Äußerung zur gemeinsamen Arbeit (Entwicklungsziele) und quittiere die z. T. freundlichen Bemerkungen dazu gleichfalls mit Dank. Da der H. Prof. selber der Ansicht ist, daß die Kritik, besonders die abfällige, derzeit unstatthaft sei, unterlasse ich es, auf die Eindrücke, die ihm einzelne Teile unserer Arbeit weniger ansprechend erscheinen lassen, einzugehen und erwarte von der Zukunft und der weiteren Erfahrung die, wie ich sicher hoffe, unseren Ansichten nicht ungünstige Änderung dieses vorläufigen Eindrucks. Ich beschränke mich also darauf, einige in H. Prof. Brief erwähnte Daten, die auf Mißverständnissen zu beruhen scheinen, richtig zu stellen.
Die »Entwickungsziele« wurden zu einer Zeit verfaßt, in der das Trauma der Geburt noch unentdeckt war; letzteres konnte also damals in unserer »neuen Technik« selbstverständlich nicht verwertet sein, wohl aber die »Analyt. Situation« und die »Aktivität«, die das Büchlein entgegen den diesfälligen Eindruck des H. Prof. recht eingehend berücksichtigt. Die genaue Ausführung der Technik war aber überhaupt nicht Zweck der Arbeit, sondern nur, was daran H. Prof. rühmt: die Revision der bisherigen analyt. Gewohnheit, dazu eine allgemeine Wegweisung für die Zukunft. Es versteht sich von selbst, daß wir neben dem »Erlebnis« auch die Bewußtmachung betonen.
In der Frage des »Trauma der Geburt« kann meine »Genitaltheorie« die anscheinenden Abweichungen der Ansichten des H. Prof. überbrücken. Dort wird nämlich nebst dem ontogenen Trauma das phylogene berücksichtigt; allerdings haben wir gerade vom H. Prof. gelernt, daß man in der Analyse zuerst die Möglichkeiten der Ontogenese erschöpft haben muß, bevor man auf Phylogene zurückgreift. Natürlich ist mit der Geburt die Reihe der Traumata nicht abgeschlossen (wie auch die geologische Gefahr nicht die allerletzte im Leben unserer Vorfahren war); wohl aber ist das »Geb.-Trauma« sicher das Intensivste, das das Einzelwes